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Von B. Martha Leuthard
Meine Hände hat ER reich gefüllt
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Vollendete Autobiographien: 104
 
B. Martha Leuthard
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Mein Weg durch die Depression, worauf ich stolz bin und glücklich zugleich / 10.11.2017 um 14.26 Uhr
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Mein Weg durch die Depression, worauf ich stolz bin und glücklich zugleich
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Meinen Kindern David und Andrea C., meinen Patenkindern Cathy, Gallus, Marianne und meinem Enkel Matteo gewidmet
Mein Weg durch die Depression, worauf ich stolz bin und glücklich zugleich
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1.  Mein Weg durch die Depression, worauf ich stolz bin und glücklich zugleich


 

 

Es mag ungewohnt erscheinen, die Erzählung meines Lebens nach der Hälfte desselben zu beginnen; aber dies ist der Anfang meines geschenkten Lebens. Ich wurde sogar als tot erklärt; nun aber lebe ich und beginne mit:

"Schreibe Deine Blockaden von der Seele." Das habe ich seinerzeit getan und lebe heute wieder ohne Medikamente, ohne Psychologin, aber mit dem täglichen Besuch der Konventmesse im Kapuzinerkloster Mels als Leitplanke auf dem Lebensweg.

Darauf bin ich stolz bzw. schätze mich glücklich.

Lösung von Blockaden

Gedanken zum Weg durch die Depression

 

Meine Tochter Andrea C. hat das Wort

Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass unsere Familie auf diese Art und Weise auseinander brechen wird, dass ich meine Mutter durch eine Depression begleiten werde und diese in die psychiatrische Klinik eingeliefert wird, dann hätte ich diesen Jemand wohl für komplett verrückt erklärt. So etwas passiert doch nur anderen, so etwas kann uns doch nicht passieren. Meine Welt schien heil und unverwundbar und so bemerkte ich auch die nahende Gefahr und deren Vorzeichen nicht. Die Last der Trennung meiner Eltern erschien mir schon schwer genug und brachte mich -wie ich damals dachte- an meine Grenze des Verwindbaren. Was noch auf mich zukommen sollte, wusste ich damals nicht.

 

Als unser Hausarzt meinem Bruder und mir in dieser für immer unvergesslichen Nacht mitteilte, dass es wohl das Beste wäre, wenn wir Mutter in die Klinik bringen, dachte ich zuerst, mich verhört zu haben. Was denn? Die Geschäftsfrau, die stets mit beiden Beinen auf dem Boden stand, soll in die Klapsmühle - und dies nur, weil sie etwas verwirrt tönte, was ja, nach dem Schock der Trennung, damals in meinen Augen auch verständlich war?

 

Was ich schnell dazu lernen musste ist die Tatsache, dass ein psychisch kranker Mensch immense Auswirkungen auf sein Umfeld hat. Es schien, dass mein Leben plötzlich durch die Krankheit meiner Mutter diktiert wurde und ich unumstösslich mit ihrem verbunden war. Dies gerade in der Zeit, in der junge Menschen sich endgültig vom Elternhaus lösen. So wurde es zur Regel, dass -wenn immer ich für ein Wochenende verreisen sollte, um dem Stress der Situation etwas zu entgehen- ein Rückschlag des Gesundheitszustandes meiner Mutter dies verhinderte. Oder Rückschläge stellten sich just zu der Zeit ein, in welcher ich beruflich vor lauter Arbeit kaum Zeit hatte, mich um mich selbst ausreichend zu kümmern und dann noch die Kraft aufbringen sollte, ein Teil der Bürde meiner Mutter zu tragen.

 

Kinder dieses Alters sollten ihre Eltern nicht durch eine Kriese begleiten müssen. Sollte es denn nicht vielmehr so sein, dass Kinder Rat und Erleichterung bei ihren Eltern finden? Menschen, welche ein ähnliche Situation erlebten, werden verstehen, dass die Belastung, Anstrengung und Sorge um die Eltern einen jungen Menschen an den Rand des Verkraftbaren und Zumutbaren bringen - eine Grenzerfahrung, die ich nicht gewählt habe, die mich jedoch gefunden hat. Dazu kam, dass ich mich alleine und hilflos in dieser Situation wiederfand. Kein Vater, der mitgeholfen hätte, die Bürde zu tragen, ein Bruder der mit der Situation selbst genug zu kämpfen hatte und eine Grossmutter, die nach beängstigenden Telefonaten mit ihrer Tochter hilflos Rat bei ihrer Enkelin suchte, die ihrerseits versuchte, ihre Grossmutter zu beruhigen so gut es eben ging.

 

Depression ist ein immer wiederkehrender Kreislauf, den man mit der Zeit einschätzen aber nicht beherrschen kann. Zuzusehen, wie eine Mutter immer und immer wieder durch diese Hölle der Gefühle und Empfindungen gehen muss, ist eine einschneidende Erfahrung und verändert die persönliche Sichtweise enorm. Über die Jahre musste ich lernen und akzeptieren, dass ich den Weg meiner Mutter nur begleiten kann, gehen kann ich ihn nicht und erst recht kann ich den Teufelskreis nicht für sie unterbrechen.

 

Die vielen Klinikaufenthalte haben mir die Hilflosigkeit und Grenzen unseres Gesundheitssystems aufgezeigt. Die Medizin näht heute abgerissene Hände wieder an, produziert Menschenleben im Reagenzglas, verlängert Leben künstlich und transplantiert Organe. Doch wenn es darum geht, das Kernstück unseres Lebens - unsere Seele- zu heilen, scheinen die Grenzen erreicht. Das Ruhigstellen mit Medikamenten entspannt zwar die momentane Situation und verschafft dem Patienten wohl etwas Ruhe, ist aber nie Lösungsansatz des Problems. Wieviel weiter entwickelt sind da die Urvölker der Welt, die dem Seelenheil von Anbeginn der Zeit grösste Aufmerksamkeit schenkten und Techniken entwickelten, die schon fast verloren gegangen scheinen. An dieser Stelle gilt mein Dank meinen Lakota-Freunden in South Dakota, welche das Tor der Heilung für meine Mutter weit aufgestossen haben. Ich wünsche mir, dass die Menschheit die enormen Kräfte und Ressourcen dieser Kultur in Zukunft erkennen wird.

♥  Mitakuye Oyasin!     Wir sind alle verwandt!  ♥


 

 

 

Diese Geschichte basiert auf Tatsachen. Mein Dank gilt all denen, die in dieser vorkommen; denn ohne sie gäbe es diese nicht. Für das entgegengebrachte Vertrauen, den Mut, den Beistand und die Unterstützung erbete ich die Begleitung unseres dreifaltigen Gottes - Vater, Sohn und Heiliger Geist.

 

Das Wort "Depression" hätte bei mir zum erstenmal an jenem Abend angewendet werden können, als Frieda und ich ein gewohnt heiteres Gespräch führten. Abends um 20.30 Uhr nach Beendigung war die Welt noch in Ordnung. Zehn Minuten später öffnete sich ein riesengrosser Krater, in welchen ich buchstäblich hineinfiel. Das veranlasste mich, gleich nochmals mit Frieda zu telefonieren, welche meinen Gesprächspartner anrief, der mich durch ein Gespräch aus meiner misslichen Lage retten könnte und dies auch versprach. Am übernächsten Vormittag bot er Hand zur Hilfe, welche aber zu spät kam, da ich mich selbständig aus dem Loch hievte. Wahrscheinlich erging es ihm wie so vielen, welche auch ihren liebsten Mitmenschen nicht die richtige Hilfe bieten können, wenn eine Depression sie überfällt. Diesmal (das erste Mal) ging alles gut über die Bühne.

 

Dabei hätte dieses erste Mal schon viel früher passieren können, nämlich 1973, als ich mich beim Friedensrichter darüber beklagte, dass mein Mann an keinem Familienleben interessiert war und die freie Zeit lieber mit Kollegen verbrachte. Oder fing es bereits damit in der Hochzeitsnacht an, als ein Onkel ihn an die ehelichen Pflichten erinnerte? "Das halbe Leben haben sie allein durchgestanden. Sie haben immer funktioniert, wie ein Computer." Dies sagte mir meine Lebensberaterin.

 

Meine Tochter Andrea war der Auslöser vieler Gespräche, welche mir so viel bedeuten.Sie brachte mit eines Abends im April 1995 Achilles nach Hause, bei dem sich meine Gedanken in Sicherheit fühlten. Er hörte mir zu -der erste Mensch in meinem Leben, der mir eine ganze Nacht zuhörte, der nicht das Bett suchte. Ich fühlte mich geborgen; ich fühlte mich glücklich, dass ich dieses Kleinod dank Andrea gefunden habe. Wie freute ich mich jeweils auf den Freitag morgen, als Achilles zum Kaffee kam (den er übrigens selbst mitbrachte, da in meinem "Haushalt" nicht vorhanden). Meine Gefühle erwachten, als Achilles mir sagte, dass er den Freitag herbeigesehnt hat (weil es mir nicht anders erging). Das gegenseitige Verstehen bot mir alles. Wir passen zusammen, wir bilden eine Harmonie, wir können uns die Wünsche ablesen. Dieses tiefe Empfinden kittet.

 

Im Hintergrund -sozusagen als Schatten über der jungen Beziehung- steht die Freundin von Achilles. Er wollte sie mit allem ziehen lassen, was sie mitnehmen will. Er würde ihr sogar zügeln, wenn sie nur gehen würde! Nach Weihnachten konnte er dies nicht mehr sagen, da sie heulend und erbrechend dasteht, was für meine Begriffe klar heisst: seine Freundin erwartet ein Kind - ein Kind von Achilles. All das bleibt unausgesprochen. Achilles und ich diskutieren über Schwangerschaft, Geburt, Gefühle seiner Mutter als ledige Mutter usw. Über seinen Zustand äussert er sich nicht.

 

Diese ganze Situation lässt mich sogar vergessen, dass ich eine Unterleibsoperation hinter mich bringe. Achilles geleitet mich über das Tief, welches sich gar nicht auftat. Mein Mann kommt zurück und entzieht mir den Boden unter den Füssen, indem er das von uns beiden aufgebaute Lebenswerk in alleiniger Herrschaft führt. Damit beginnt ein Leidensweg, der jahrelang dauern und nicht enden will.

 

Eine längere Reise zu meiner Schwester bringt mir auch nicht die Ruhe, welcher ich dringend bedürfte. Nun beginnt die Suche nach einer passenden Arbeit, welche mich ausfüllt. In meiner alten Heimat finde ich diese am Empfang des Spitals Schwyz. Hier wird mir die Möglichkeit geboten, mein Herz mit einfliessen zu lassen. Meine Trauer, welche nun über den Verlust von Achilles, vom Lebenswerk und zuletzt von der Familie einsetzt, beginnt nun an mir zu nagen. Wir bilden im Spital ein harmonisches Team. Unsere Chefin versteht dies aber nicht recht. Für mich ist eine solche Situation unhaltbar, so dass ich meinen Arbeitsplatz wieder verlasse und ohne Beschäftigung dastehe.

 

Das Nichtstun bekommt mir aber gar nicht. Mein Leben hat keine Richtung mehr. Die Kinder sind erwachsen und brauchen die Mutter nicht. Achilles entscheidet sich für seine Freundin, welche ihm ein Kind schenkt. Bei unserm Abschied bemerkte er, dass ich eine Wartezeit von einem Jahr durchzustehen hätte. Ist dies der Fall, gibt er unserer Beziehung eine Chance. Mit grossen Spannungen überstehe ich dieses Jahr. Die Kraft reicht bis zum totalen Zusammenbruch am 22. Juni 1997. Damit beginnt meine Einweisung in die Psychi-atrische Klinik Pfäfers und meine Krankengeschichte.

 

Stationär             22. Juni - 31. Juli 1997

Ambulant                 4. August - 18. September 1997

Stationär                  19. September - 15. Dezember 1997

Tagesklinik              16. Dezember 1997 - 23. Januar 1998

Diagnose: Depressive Reaktion mit Suizidalität (Beziehungswahn)

 

22. Juni: Frau Leuthard lässt sich nicht ins Gespräch ein, wirkt abwesend, wirft hilfesuchende Blicke zu ihrem Sohn, zur Tochter und zum einliefernden Hausarzt. Von Suizidgedanken kann sie sich nicht klar distanzieren. Sie stimmt dem Vorschlag unsererseits zu, ins Überwachungszimmer zu gehen. Etwas misstrauisch ist sie gegenüber Medikamenten, sie wird gerne etwas nehmen, um eine ruhige Nacht zu verbringen. 

 

27. Juni: Auf dem Rapport am Nachmittag wurde beschlossen, die Patientin auf die offene Station zu verlegen, nachdem sie kurz nach dem Übertritt den Austrittswunsch geäussert hatte. Es kam zu einem längeren Gespräch in Anwesenheit der Bezugsperson. In diesem wurde ihr von allen nur erdenklich möglichen Seiten plausibel versucht zu erklären, dass die Beurlaubung für das kommende Wochenende nicht möglich sei und die Patientin zurückmüsse auf die geschlossene Station. Frau Leuthard versuchte ohne Unterlass an ihrer unabänderlichen Meinung festzuhalten, dass sie sich nicht auf der Station wohlfühlen könne und deswegen austreten müsse. Psychopathologisch war eine Patientin mit Haften an ihren Vorstellungen und einer unverrückbaren Meinung zu sehen, die wenig Einsicht in ihre Situation hatte und über krankhafte Aspekte ihres Verhaltens nicht bereit war, nachzudenken.

 

Diagnose: Stimmungslabilität mit anamnetisch psychotischen Symptomen

 

Die Patientin wird vom Hausarzt in stimmungsgedrücktem, von Suizidgedanken geprägten ZB bei belastend familiärer und beruflicher Situation eingewiesen. Die Patientin hatte in den letzten Monaten nach den einschneidenden Veränderungen in ihrem Leben den Boden unter den Füssen verloren. Sie war bisher eine stark introvertierte Frau, die über ihre seelischen Leiden mit niemanden sprechen konnte, so dass es am Aufnahmetag zu einem kräftemässigen Zusammenbruch mit einem Hilferuf in Form von Suizidgedanken kam.

 

18. Juli: Arbeitsdiagnose bei der Fallbesprechung: Psychotische Reaktion bzw. akute psychotische Störung mit akuter Belastung

Die Patientin erklärt sich einverstanden, einen medikamentösen Behandlungsversuch mit Fluanxol durchzuführen, wobei zusätzliche psychotherapeutische Gespräche unbedingt indiziert sind. Die Schwierigkeit liegt in der Einsicht der Patientin, dies auch vorläufig stationär behandeln zu lassen, wie das auch von ihrer Tochter gewünscht wird.

 

28. August: Frau Leuthard kann diesmal bereits nach etwa 10 Minuten über das Thema ihrer Beziehung zu Achilles sprechen. Abschliessend scheint es jedoch, dass Frau Leuthard zunehmend einen Realitätsbezug bekommt, wobei vordergründig vor allem eine gewisse Traurigkeit und depressive Stimmungslage auffällt. 

 

3. September: Bezüglich ihrer Beziehungsproblematik kann die Patientin heute erstmals konkret ihren bisherigen Sachverhalt darlegen: So kann Frau Leuthard rückblickend den Grund für ihre Klinikeinweisung als Zusammenbruch aufgrund eines erheblichen Druckes angeben, der ausgelöst wurde einerseits durch ihre Beziehungsprobleme mit ihrem Ex-Mann sowie mit ihrem Gesprächspartner Achilles. Sie habe wohl auf Biegen und Brechen etwas erreichen wollen, das schlussendlich nicht gegangen sei, obgleich sie es sich so sehr gewünscht habe, da sie Angst vor dem Alleinsein habe.

 

19. September: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen

Frau Leuthard teilt mit, dass sie von den behandelnden Ärzten eine Todesspritze erhalten möchte, da sie keine Zukunft mehr sieht und in ihrer Leere auch keine Hoffnung schöpfen könne.

Vor dem Sohn sowie der Tochter wird der Sterbewunsch der Mutter thematisiert, wobei die Tochter dabei in Tränen ausbricht, was dazu führt, dass auch Frau Leuthard zu weinen anfängt. Die Tochter gibt an, dass sie seit den letzten Monaten im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine deutliche Nähe verspüren, da früher persönliche Gespräche zwischen ihr und der Mutter gar nicht möglich waren. Sie führt dabei an, dass sie auch in der fast 25-jährigen Ehe ihre Mutter kaum über persönliche Probleme reden hörte. Auch wäre das Weinen ihrer Mutter erst seit wenigen Wochen möglich. Im weiteren Verlauf wird deutlich, dass der Sohn wie auch die Tochter ihre Mutter sehr unterstützen möchten und auf ihre Hilfe im Aufbau einer gemeinsamen Zukunft zählen könne.

Oftmals habe ich darauf gewartet, dass ich an der Hand genommen werde oder sogar eine Umarmung stattgefunden hätte. Das aber träumte ich vergebens. "Zärtlichkeit erhöht die Lebensfreude und gilt als Anti-Stressfaktor Nr. 1." Am Morgen habe ich gewartet bis es Abend wurde, und am Abend gewartet bis es Morgen war. 

Ich habe mich schlaflos, wertlos, lustlos, kraftlos, lieblos, gefühlslos, freundlos

aber auch ohne Trauer gefühlt, da alles dunkel ist.


 

 

Erstmals war es mir ab Oktober 1997 wieder vergönnt, einige Zeilen zu schreiben.

 

22. Oktober 1997: Mein behandelnder Arzt und ich kamen gestern im Beisein von Tochter Andrea sowie meiner Psychologin überein, dass ich auf die offene Station übertreten werde. Ich werde in die Gruppe A eingeteilt, in welcher ich auf Bekannte stosse. Das erleichtert die ganze Sache etwas. Meine Begleitperson stellt mit mir den Plan zusammen und ich begebe mich auf die Suche nach Frau E., um meinen Massage-Termin bei ihr behalten zu können. Den Rest des Nachmittags versuche ich, rum zu bringen. Obwohl mehr Patienten auf dieser Station eingeteilt sind, ist der Kontakt loser, da alle irgendwo beschäftigt sind - die Station scheint menschenleer zu sein. Meine Zimmernachbarin legt sich viel hin, da Rücken und Knie nach einem Autounfall sehr schmerzen. Am Abend höre ich zum letzten Mal das Klavierspiel von A.H., da sie morgen die Klinik definitif verlässt und nach Hause geht. Ich werde sie sehr vermissen, da ich bei ihr eine Aufgabe gefunden habe. Der ersten Nacht in der offenen Abteilung sehe ich mit Skepsis entgegen; deshalb nehme ich 1/2 Temesta, um den dringenden Schlaf zu haben.

 

23. Oktober 1997: Die erste Nacht geht gut über die Runden. Ein kurzes, nächtliches "Gelage" in der neben dem Zimmer liegenden Küche raubte mir ein wenig den Schlaf; aber schliesslich ging alles gut und ich wachte gegen Morgen ausgeschlafen auf. W. bot Tagwach und der erste Tag "in der Freiheit" konnte beginnen. Meine Zimmergenossin hat heute Küchendienst, d.h. sie deckt auf, wäscht ab und bereitet das Nachtessen für alle. Dazu gehört auch das Einkaufen im Dorflädeli.

Chefarztvisite steht auf dem Programm, an welcher der Chefarzt erklärt, dass mein Prozess wahrscheinlich schon noch etwas länger dauern dürfte, nachdem Wohnort und Arbeitsort aufgebaut werden müssen. Meine viele Freizeit macht mir ebenfalls zu schaffen.

Ich besuche das Nähstübli und repariere den Reissverschluss meiner Jacke. Dabei bleibe ich hängen und setze die Arbeit an einem gestrickten Kinderpullover fort. Ich werde inskünftig jeweils zwischendurch kommen und stricken. In der Kunsttherapie will sich die Muschel nicht richtig öffnen, so dass ich die Arbeit auf morgen vertage.

Ab 13.00 Uhr beginnt der grosse Wimmet in den Rebbergen, welcher um 16.00 Uhr mit einem feinen Zvieri abgeschlossen wird. Ohne Temesta (auf dem Nachttisch als Reserve) geschlafen.

 

24. Oktober 1997: Die Nacht ohne Medikament war keine gute Idee. Am Morgen fühle ich mich unausgeruht, da ich jeweils aufwachte, wenn meine Zimmerkollegin dieses verliess. Heute Morgen gehe ich wieder ins Nähstübli und stricke am Pullover weiter. Dabei spüre ich, dass ich sehr unruhig bin. Während der Kunsttherapie gehe ich in die Caféteria, wo mich Besuch von Sophie und Heiri erwartet. In der zweiten Hälfte der Kunsttherapie versuche ich erneut, eine geöffnete Muschel zu gestalten. Es fehlt aber an Ausdauer, so dass ich den Ton erneut in eine Kugel forme und die Arbeit zur Seite lege. Nach dem Mittagessen lege ich mich ins Bett, um etwas zur Ruhe zu kommen. Die Massage bei E. trägt sehr zum Wohlergehen bei. Die Wochenrückschau bringt eine sehr grosse Unruhe, so dass G. mir 1/2 Temesta verabreicht und mit mir einen Spaziergang unternimmt, nach dessen Rückkunft die Lage sich langsam bessert. Mein Ziel, mich auf der Abteilung einzuleben, habe ich so ziemlich erreicht. Allerdings bange ich etwas um das Wochenende, da wir nur zu Dritt hier bleiben.

 

25. Oktober: Der heutige Tag beginnt um 08.00 Uhr mit dem Frühstück zu viert. Akineton wird mir heute Morgen abgegeben, um die Unruhe zu dämmen. C. kommt erst um 10.00 Uhr, so dass das Trio allein auf der Abteilung weilt. Dabei suchen wir nach Menus für heute Abend und am Sonntag. Wir entschliessen uns für Kaffee complet und die Resten der türkischen Spezialität vom Donnerstag. Nach dem Mittagessen fährt uns C. in ihrem Auto nach Jenins, wo wir an der Sonne einen längeren Spaziergang unternehmen und in Rofels auf Kosten der Abteilung einkehren. Heute geht es mir gesundheitlich besser. Ich geniesse am Morgen ein entspannendes Bad. Zur Feier des Tages kaufen wir uns nach der Rückkehr ein Paket Guetzli und nehmen dazu Kaffee bzw. Tee. Der Kaffeekonsum hier ist sehr gross, ebenso der Verschleiss an Zigaretten.

Heute Nacht schlafe ich ohne Temesta. Die Sommerzeit wird abgeschlossen, so dass eine Stunde länger geschlafen werden kann. Das war ein guter Tag für mich.

 

26. Oktober: Gemeinsames Frühstück mit frisch gepresstem Orangenjus ist angesagt. Um 09.00 Uhr besuchen Y und ich den Gottesdienst in der Klosterkirche von Pfäfers. Um 13.00 Uhr kommt G., welche aber keine Zeit für eine Aktivität hat. Sie müsste nacharbeiten, da am Morgen niemand vom Team anwesend war. F und ich unternehmen einen längeren Spaziergang, gehen in die Caféteria und vertreiben uns die Zeit mit einem Scrabble. Am frühen Nachmittag kehrt M von der Hochzeit zurück, welche viel zu erzählen wusste. Mein Sohn David kommt auf Besuch. Der heutige Tag konnte sich nicht ganz an das Hoch von gestern anschliessend; aber er war äusserst befriedigend.

 

27. Oktober: Der Alltag einer Woche beginnt. Vorerst setzen wir die Ziele für die kommenden Tage. Ich möchte ein bis zwei Kilogramm zunehmen, indem ich mich zum Essen zwinge. Daneben sollen täglich zwei Spaziergänge zur Stärkung meiner physischen Kräfte beitragen.

 

28. Oktober: Höhepunkt des heutigen Tages: entspannende Massage bei Frau E. Sie lässt mich liegen, um nachwirken zu lassen. Bei leiser Musik gelingt es mir, völlig zu entspannen. Am Nachmittag fahren wir in den Wingert, um die Netze zu entfernen, was mit guter Zusammenarbeit auch gelang. Alle froren sehr stark an den Händen. Diese wärmten wir auf, als wir anschliessend zurück in die Klinik liefen. Das war ein weiterer guter Tag, an welchem ich meine Ziele erreichte. 

In der Kunsttherapie gelang mir die Muschel nicht so recht, so dass ich nochmals an den Strand zurückging. Mit der offenen Muschel bekunde ich einige Mühe. Vielleicht ist die Zeit noch nicht da. Warten wir sie ab!

 

29. Oktober: Ein herrlicher Tag mit Sonnenschein und blauem Himmel beginnt mit einem Gespräch mit meiner Psychologin. Ich fühle mich besser und beginne langsam, Pläne für meine Freizeit zu schmieden. Dabei käme Kirchenchor und Turnverein in Frage. Zudem erwäge ich das Spielen auf der Panflöte. Frau E. weiht uns in den griechischen Tanz ein, und wir haben viel Spass daran. Nachdem wir gestern im Wingert fast erfroren sind, sieht es heute bedeutend besser aus. Den heutigen Tag rundet das Telefongespräch meiner Tochter Andrea am Abend ab.

 

30. Oktober: Die Chefarztvisite verläuft heute kurz, da es mir besser geht. Am Nachmittag schliessen wir die Arbeiten im Wingert ab; alle Netze sind abgenommen und liegen verschnürt auf dem Boden. Ich halte mich immer noch gut ans Wochenziel: esse und gehe täglich zweimal an die frische Luft. Am Morgen besuche ich das Nähstübli und stricke am Pullover.

 

31. Oktober: Heute besorge ich mit Y. zusammen den Haushalt. Wir kaufen ein, da morgen Feiertag ist (Allerheiligen) und der Laden geschlossen bleibt. In der Kunsttherapie schaffe ich die ziemlich stark geöffnete Muschel. Beim mittäglichen Gespräch mit meinem Arzt zeigt sich dieser sehr erfreut, so dass Akineton und Luxuol gestrichen werden. Bei der Wochenauswertung bin ich sehr stolz auf die erreichten Ziele und hoffe, dass ich weitere Fortschritte mache.

 

Allerheiligen (1. November): Habe ohne Temesta bis 02.00 Uhr geschlafen; dann habe ich 1/2 Tablette genommen und eine gute Nacht verbracht. Am Morgen besuche ich die Festmesse mit Orchester und Kirchenchor. Anschliessend backen wir den Zopf. Andrea meldet sich nicht am Telefon - wollte noch mündlich zum Geburtstag gratulieren.

 

 

 

Stationär             18. Februar - 5. Juni 1998

Tagesklinik         8. - 19. Juni 1998

Ambulant            21. Juli - 10. August 1998

Stationär             9. - 25. September 1998

Tagesklinik         5. - 9. Oktober 1998

Verdacht auf gemischte schizoaffektive Störung

18. Februar 1998: Im Verlauf des Vormittags wird die Patientin von ihrem Hausarzt angemeldet. Er berichtet, dass man die Patientin soeben aus Amerika zurückgeholt habe, da es ihr dort während eines mehrtägigen Aufenthalts sehr schlecht gegangen sei; sie sei nun in einem depressiven Zustandsbild und habe auch über psychotische Symptome berichtet.

 

1. März 1998: Nachdem die Patientin anfangs recht desorientiert war bzgl. der unmittelbaren Einweisungsumstände sowie einer 2 bis 3-tägigen retrograden Amnesie die letzten Tage vor Klinikeintritt betreffend, stabiliserte sich der Zustand der Patientin zunehmend. Ein guter Hinweis hierfür ist die Tatsache, dass Frau L nicht mehr jeden Tag darauf drängt, entlassen zu werden.

 

16. März 1998: Meine Psychologin schreibt: Über mehrere Wochen hinweg war Frau L in ihrer Hoffnungslosigkeit gefangen und konnte keinerlei Perspektiven entwickeln. Sie sah sich als sehr hilflos an und hatte auch keinerlei Vorstellung, wie ein Leben ausserhalb der Klinik für sie wieder einen Sinn darstellen könnte.

 

19. April 1998: Nachstehenden Brief habe ich von einer ehemaligen Klassenkameradin erhalten, welcher mich sehr freute, da er ehrlich gemeint ist:

"Es ist mir ein Bedürfnis, Dir noch einmal ganz herzlich zu danken für den gestrigen Tag. Reich beschenkt -mit bleibenden Eindrücken- waren meine Gedanken noch auf dem ganzen Heimweg bei Dir.

Angefangen bei der schönen Feier in der Kirche spürte ich durch, wieviel Du von Dir selber in die Gestaltung dieses Tages hineingegeben hast. Deine Offenheit und Ehrlichkeit wurde sicher nicht nur von mir, sondern von vielen Deiner Gäste als grosses Geschenk betrachtet. Ich bin nicht so sicher, ob ich den Mut zu dieser Grösse hätte.

Es entstand eine ganz spezielle Nähe unter den Gästen ... unter vielen Menschen, die sich gar nicht kannten. Es war so deutlich spürbar, dass alle diese Menschen eine ganz besondere Nähe zu Dir verbindet. Alle kannten Deine Stärke, Deine überdurchschnittlichen beruflichen und organisatorischen Fähigkeiten. Und das Verbindende ... ich glaubte zu spüren, dass sich hier Menschen um Dich versammelt haben, die tief beeindruckt sind auch von Deiner menschlichen Grösse. So entstanden sehr tiefsinnige, gute Gespräche.

Auf mich hast Du gestern trotz Deiner Ruhe und Klarheit sehr zart und fast etwas zerbrechlich gewirkt. Ich glaube schon, dass Du noch eine Zeit der Ruhe und Schonung brauchst, um das zu finden, was die Zukunft für Dich -und nur ganz allein für Dich- stimmig macht. Ich fühle, dass Du die innere Ruhe hast, diese Zeit des Rückzuges als grosse Chance zu sehen - so habe ich Dich grossartig erlebt gestern."

 

Sommer 1998: Beschäftigung an der Kasse des Restaurants Manor, was mir eine gute Tagesstruktur gibt. Ich versuche dabei, neu gewonnene Freundschaften zu pflegen und zu erhalten. Dabei hilft mir auch die Gemeinschaft mit den Sängerinnen des Nostalgiechörli Bad Ragaz.

 

9. September 1998: Frau L. berichtet, es geht ihr nicht gut. Sie habe seit drei Nächten nicht mehr geschlafen. Dekompensation der bekannten affektiven Störung nach Absetzen der Medikamente sowie im Zusammenhang mit psychischen Belastungen durch Antritt einer neuen Arbeitsstelle und das Scheidungsverfahren. Derzeit angetrieben - psychotisches Zustandsbild mit formalen und inhaltlichen Denkstörungen, keine Selbst- und Fremdgefährdung.

 

Ein Gespräch mit einer Lebensberaterin gibt mir einiges zu überdenken. Sie erklärt mir, dass eine Depression immer einen Sinn hat, denn Depression heisst: Leiden. Die Seele trauert. Sie stehen wieder auf; sie sind kreativ und haben ein schönes Seelenbild. Es warten viele Menschen auf sie. Hören sie viel Musik. Sie bekommen sehr viel Kraft. Es bewegt sich sehr viel. Lernen sie, nein zu sagen; haben sie sich selber gern und machen sie Schritt um Schritt. Sie brauchen den Kontakt zu Menschen. Es kommt Kraft - aber langsam. Sie müssen lernen, anzunehmen, nicht nur zu geben. Reden sie mit ihrem Schutzengel.

21. September 1998: Die Patientin war nur wenig auf der Station anzutreffen. Appelle an sie, die Aktivitäten einzuschränken und erst einmal zur Ruhe zu kommen, wies sie mit der Begründung zurück, dass sie gesund sei und "ihren Weg genau kenne."

 

25. September 1998: Frau L ist inzwischen einiges ruhiger geworden. Sie fühlt sich wohl, schläft gut ohne Temesta und wirkt bedeutend ruhiger und geordnet.

Für nächste Woche hat Frau L eine Hospitation im Kindergarten einer Freundin geplant.

 

28. September 1998: Frau L hat sich -ohne mit der Psychologin Rücksprache zu halten- aus der Klinik abgemeldet. Das mit mir gewünschte Gespräch mit dem Ehemann hat sie auch -ohne mit mir Rücksprache zu halten- eigenständig geführt. Sie ist nicht vertragsfähig im Moment und kann sich an keinerlei Vereinbarungen halten.


 

 

 

Ambulant                 30. März - 8. Juli 1999

Stationär                  31. August - 17. September 1999

Stationär                  3. Februar - 10. April 2000

Tagesklinik              11. April - 5. Juli 2001

Stationär                  13. - 15. Oktober 2001

 

 Diese Zeit war geprägt durch meinen Einsatz als Uhren-Verkäuferin, welche immer wieder durch Klinikaufenthalte unterbrochen wird. Die Scheidung ist noch nicht ganz vergessen, da die Unterhaltszahlungen ausbleiben. Das erinnert immer wieder an vergangene Zeiten.

Am 10. Juli 2001 schrieb ich meinem behandelnden Arzt folgenden Brief:

"Vor genau 4 Jahren, nämlich am 10. Juli 1997, habe ich meinem damaligen behandelnden Arzt geschrieben: Meine Herzensrettung ist ein grundlegendes Gespräch, das sich an das am 1. Juli 1996 abgebrochene anschliesst mit meinem Gesprächspartner Achilles. Diese wirksame Konfrontation mit anschliessend 10 Jassnachmittagen erspart mir den Gang zum Arzt, der sicher deswegen nicht brotlos wird. Diese Therapie baut entweder auf oder ab. Beides ist für meinen weiteren Lebensweg bedeutend. Je früher das Gespräch, desto besser. Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen."

Leider blieb dieser Hilferuf unbeantwortet - im Gegenteil- man versuchte, mir mit allen Mitteln meinen Gesprächspartner bei mir in Vergessenheit geraten zu lassen. Ich habe in meinem ganzen Leben nie soviel geweint wie in der anschliessenden Zeit.

 

Die eigentliche Wende und Besserung kam dann im Oktober 2000, als mir mein Gesprächspartner ein Gespräch vorschlug. Ich schickte ihm den Text des eingangs erwähnten Briefes und er stand gleichentags vor meiner Tür und erklärte sich bereit, die Sache anzugehen. Ich fand langsam mein Selbstvertrauen wieder zurück und fühlte mich verstanden. 

Um unser einmaliges Verhältnis nicht zu gefährden, zog Achilles es vor, die Konfrontation zu vermeiden, so dass wir nur noch telefonisch miteinander Kontakt hielten. Das entscheidende Gespräch vom 1. Januar 2001 half mir, wieder vermehrt auf mein Inneres zu horchen und nicht auf die Meinungen meiner Umgebung. Das scheint nun auch wieder zu funktionieren.....

 

Am 8. September 2001 wage ich mich an die Gestaltung einer musikalischen Besinnungsstunde. Der Bestsellerautor John Gray erläutert in seinem Buch "Männer sind anders. Frauen auch" die Depression.

"Als die Marsmänner die Depression bekamen, entvölkerten sich sämtliche Städte des Planeten, und alle verzogen sich für lange Zeit in ihre Höhlen. Dort blieben sie stecken und kamen nicht wieder heraus, bis eines Tages einer von ihnen durch sein Fernrohr eine Venusfrau erblickte. Allein der Anblick dieser wundervollen Wesen gab den Marsmännern neue Inspiration. Ihre Depressionen fielen von ihnen ab. Plötzlich wussten sie, dass sie gebraucht wurden."

"Als die Venusfrauen in ihre Depression fielen, bildeten sie, um sich besser zu fühlen, erst einmal Gesprächskreise und fingen an, über ihr Problem zu diskutieren. Sie verharrten für lange Zeit in ihrer Depression, bis sie mit Hilfe ihrer Intuition eine Vision hatten. Plötzlich fühlten sie sich als etwas Besonderes. Als sie sich gegenseitig ihre Vision mitteilten, fielen ihre Depressionen von ihnen ab."

 

Meine Version: Suche oder Sehnsucht nach einer verlorenen, tiefen, einmaligen Verbundenheit. Es ist schlussendlich die Suche nach dem Ursprung, nach der Schöpfung, nach Gott = Universum, dessen Bestandteil die Lebewesen sind.

Auslöser von Depressionen, Geburt, Schule, Verlust von Hobby, Sport, Freunden, Partnerschaft, Arbeit oder Geschäft, Krankheit oder Unfall.

Das Nichtfinden des Ziels kann uns in eine Sucht zwängen: Alkohol, Drogen (Einstieg: Rauchen), Arbeit, Eifersucht, Machtstreben. Es ist sehr wichtig, dass man der Ursache der Depression durch gezielte Gespräche (bzw. anfänglich nur Zuhören) mit einer Vertrauensperson nachgeht. Sofern der Depressive einen Wunsch signalisiert, muss diesem unbedingt Folge geleistet werden, um Erfolg zu haben. Bei Überforderung des Wunschkandidaten ist professionelle Hilfe zuzuziehen. 

Gegen Schmerzen der Seele gibt es zwei Hilfsmittel: Hoffnung und Geduld

Pythagoras

"Wer sich verschliessen gelernt hat, dem tut es doppelt wohl, wenn er sich öffnen kann." Diese Öffnung begann 1995 mit viel Gesprächen und Vertrauen zu meinem Gesprächspartner Achilles. Ein Jahr später wurde dieses einmalige Band jäh zerrissen. Dadurch wurde ich in eine tiefe Depression gestürzt, aus welcher ich nach vier Jahren harter Arbeit durch Rückzug in die Stille und der Sorge vieler guter Engel erlöst wurde.

13. Oktober 2001: Die Patientin, die in der Klinik wegen einer bipolaren affektiven Störung bereits behandelt wurde, kommt nach Mitternacht in Begleitung ihrer Tochter, die auf die stationäre Aufnahme drängt, nachdem sich der Zustand der Patientin mehrere Wochen nach Absetzen der Medikamente jetzt aktuell verschlechtert hat. Die Patientin hat Mühe, klare Aussagen zu machen, widerspricht sich häufig, kann Gedanken und Äusserungen oft nicht zu Ende bringen. Ihre Tochter, die im Gespräch anwesend ist, bestätigt die gute Phase, hat jedoch den Zustand in den letzten Wochen eher mit gesteigerter Stimmung und Antrieb erlebt. Die Patientin beschreibt, dass sie nur noch wechselnd geschlafen habe. In den letzten Tagen sei sie dann immer mehr in einen Zwiespalt geraten, habe sich nicht mehr gut entscheiden können. Die Tochter ergänzt, dass sie angerufen habe, es gehe ihr schlecht. Insbesondere sei aufgefallen, dass sie beim Reden plötzlich im Wortfluss blockiert sei, nicht weiterreden könne.

Die Patientin ist sehr ambivalent hinsichtlich einer stationären Aufnahme. Sie bleibt schliesslich erst nach längerem Hin und Her auf Drängen ihrer Tochter da. Sie zeigt momentan nur begrenzte Krankheitseinsicht. Die Tochter macht sich deutlich Sorgen, wünscht eine stationäre Behandlung insbesondere zur medikamentösen Neueinstellung.

Die Patientin entschloss sich am 15. Oktober 2001 gegen ärztlichen Rat aus der stationären Behandlung auszutreten. Sie stellte sich eine Woche später beim Behandler zu einem ambulanten Termin vor. In diesem Kontakt wirkte sie ausgeglichener, obwohl der Antrieb etwas gesteigert war. Sie entschloss sich, eine weitere psychiatrisch-psychotherapeutische ambulante Behandlung in der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie durchzuführen.

Meine erste Diagnose lautet: schizoaffektive Störungen mit manischen und depressiven Phasen. Eine treffende Erklärung zu Schizophrenie zitiere ich aus dem "Das grosse Reader's Gesundheitsbuch":

"Schizophrenie bedeutet gespaltenes Seelenleben (Spaltungsirresein). Es kommt zu schweren Störungen auf allen Gebieten des Seelenlebens. Eine Ausnahme macht die Intelligenz, die bei der Schizophrenie keine Einbusse erleidet. Die Persönlichkeit des Kranken erfährt nach längerem Krankheitsverlauf schwere Veränderungen. Die Schizophrenie ist die häufigste seelische Erkrankung. Man schätzt die Zahl der Schizophrenen auf 1 Prozent der gesamten Bevölkerung. Ihre Ursache ist bisher ungeklärt geblieben. Erbanlagen mögen eine Rolle spielen. Sicher bekannt ist nur, dass diese Erkrankung bei Frauen in Zeiten stärkerer hormonelle Umstellung wesentlich häufiger ausbricht als sonst.

Die Behandlung der Schizophrenie hat in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht. Heute ist es möglich, die Krankheitsschübe, auch wenn sie mit sehr schweren Erregungszuständen einhergehen, so zu beherrschen, dass die Kranken meist schon nach wenigen Wochen in ihrer Stimmung ausgeglichen sind und sich von ihren Wahnideen und Sinnestäuschungen zu distanzieren vermögen."

Nach meinem Dafürhalten ist das Gespräch die wichtigste Therapieform. Voraussetzung ist jedoch die richtige Wahl des Gesprächspartners, zu dem man volles Vertrauen haben muss. Nur so wird es möglich, die Seele zu heilen. Als Meilenstein bezeichne ich die beiden Gespräche mit meinem Partner Achilles von Weihnachten und Silvester 2001.

Die beiden Briefe an den liebenden Gott sind unter dem Thema "Religiosität" zu finden. 

 

 

 

 Erinnerungen von Sohn David an die Klinikzeit

Ich erhielt am Abend des 22. Juni 1997 ein Telefon von meiner Mutter, dass ich zu ihr kommen sollte. Sie möchte mit mir sprechen. Davor erhielt auch meine Schwester Andrea C. ein Telefon, worauf wir beschlossen, unsere Mutter zu besuchen. Aus der Situation (ein Gespräch in verwirrtem Zustand) entschlossen wir uns, den Hausarzt zu benachrichtigen, welcher sofort erschien. Nach einer Aussprache entschlossen wir uns, die Mutter zur Beruhigung und Kontrolle in die Klinik einzuweisen. Darauf fuhren meine Schwester Andrea C., meine Freundin Carmen in Begleitung des Hausarztes und ich spät abends in die Klinik zur Aufnahme. Der Hausarzt begleitete uns, da es meine Mutter nicht für notwendig hielt, diesen Schritt zu tun. Wir sind der Überzeugung, dass dies die richtige Lösung für meine Mutter ist, da sie allein in der grossen Wohnung lebt und keiner Beschäftigung nachgehen kann. Dies gab ihr viel Zeit, ihren Gedanken nachzuhängen und über ihr Schicksal nachzugrübeln.

Nachdem meine Mutter am 31. Juli 1997 entlassen und als ambulante Patientin in der Klinik behandelt wurde, mussten wir am 19. September erneut den Eintritt vornehmen. Meine Freundin Carmen und ich gingen direkt mit ihr in die Klinik, wo wir vom Hausarzt angemeldet und sehr ungehalten empfangen wurden. Es ging sogar soweit, dass die empfangende Ärztin zwei "Gorillas" zuzog, da ich auf ihre Begründung, sie hätte keinen Platz, ziemlich energisch reagierte. Schlussendlich konnte die Aufnahme erfolgen. Ihre Nachfrage beim Hausarzt, ob ich gewalttätig sei, konnte dieser verneinen.

Eine Begebenheit führte dazu, dass ich das Gespräch mit den Ärzten der Klinik abbrach. Ich brachte meiner Mutter die von ihr gewünschten Wanderschuhe zwei Tage nach der Einweisung. Sie empfing mich und erklärte, dass sie gleich mit mir wieder nach Hause kommen würde. Das überraschte mich sehr und meldete mich auf der Station (wahrscheinlich war ich dabei ziemlich laut!). Dort wurde mir bestätigt, dass der Arzt den Austritt bewilligt habe. Das durfte aber nicht wahr sein, da meine Mutter wirklich den Eindruck machte, dass sie für einen Austritt nicht fähig sei. Ich intervenierte, dass meine Mutter nach wie vor in der Klinik bleibt. Meine Beziehung zum behandelnden Arzt war mehr als gestört, so dass ich ein Gespräch mit ihm abbrach.

Meine Mutter hat sich während ihrer Zeit in der Klinik dank den Stunden mit ihrem Gesprächspartner Achilles und der Begleitung guter Freunde von der vorerst verschlossenen zur offenen Frau gewandelt, so dass sie wieder einigermassen zur alten Form zurückfand.

 

Nicht zuletzt war es auch mein treuer Vierbeiner "Kerry", der mich zwang, aus meinen vier Wänden in Gottes freier Natur wieder Fuss zu fassen.


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Geburt, meine Eltern und Grosseltern
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2.  Geburt, meine Eltern und Grosseltern

Am Freitag, 17. Juli 1942, während dem Läuten der Kirchenglocken der Pfarrkirche St.Peter und Paul erblickte ich im Nachbarhaus (im sogenannten Apothekerzimmer) in Sattel-Hochstuckli das Licht dieser Welt. Mein Vater, David Leuthard (8. September 2015), weilte als Wachtmeister an der Front und schwenkte freudestrahlend das Telegramm, welches ihn im "Grüene Gwändli" erreichte. Sein Stolz muss unbeschreiblich gewesen sein, wie mir Alfred Binkert -einer meiner Arbeitskollegen beim Kanton Schwyz und damaliger Dienstkollege meines Vaters- erzählte. Zwei Tage später, am Sonntag, 19. Juli 1942, wurde ich in der Pfarrkirche am Primiztag des Neupriesters Xaver Amgwerd (ein Klassenkamerad meiner Eltern, von dem ich später noch mehr berichten werde) auf den Namen Berta Martha getauft und damit in die Römisch-katholische Kirche aufgenommen. 

Das Wappen der Leuthard von Merenschwand

 

 

Meine Mutter

Martha Katharina, geb. Lüönd (18. April 1915) stammte vom Hageggli.

Ihr Vater Alois Lüönd kam von der Zizenmatt und reichte am 13. Mai 1913 Grossmutti Katharina Schuler (geboren 1890, Tochter des Viehhändlers und Wirts Michael Schuler und der Marianne geb. Krienbühl) die Hand zum Bund des Lebens. Als jungvermähltes Paar übernahmen sie das Heimwesen im Hageggli. Elf Kinder wurden ihnen geschenkt. 1926 holte der Tod ihren erst zweijährigen Sohn Josef (ertrunken im Brunnentrog); dem kleinen Engel folgte der Vater als Folge einer Lungenentzündung 1933. Ein Sohn und neun Töchter -das Jüngste noch in der Wiege- mussten für immer auf Vaterliebe verzichten und allzufrüh von ihm Abschied nehmen.

Ein schwerer unvergesslicher Tag bedeutete für die ganze Familie Lüönd der Ausbruch der Kinderlähmung im Hageggli. Tochter Gertrud -der gute Stern der Familie, welche ganz besonders darunter litt- gab ihre Seele dem Schöpfer im Jahr 1957 als Folge einer Herzschwäche zurück. Auch alle Geschwister von Grossmutti gingen ihr im Tod voraus.


 

 4 Generationen: Grossmutti Lüönd, Mutti Leuthard, Mami Reber und Sohn David

Kraft holte Mutter Lüönd durch einen tiefen vorbildlichen Glauben beim Besuch des täglichen Heiligen Messopfers und im Rosenkranzgebet. Ihr gutes Beispiel, das sie ihren Kindern stets gegeben, hat reiche Frucht getragen und Tugend und Glaube lebt in ihren Nachkommen weiter. Zu ihrer grossen Freude gehörten auch 16 Grosskinder, welche ihr liebes Grossmutti nach ihrem Heimgang am 13. November 1974 ganz besonders vermissten. Bereits gesellte sich hin und wieder eines ihrer zwei Urgrosskinder (mein Sohn David 1970 und meine Tochter Andrea Christina 1973) dazu.

Grossmutti schenkte mir als Andenken an die erste Heilige Kommunion des Kindes erstes Beicht- und Kommunion-Büchlein "Engelrein will ich sein!". Dieses ist heute noch in meinem Besitz und könnte dereinst meinem einzigen Enkel Matteo Hubertus 2010 gehören.

♥ ♥ ♥ 

"Mutti", wie meine Mutter in der ganzen Verwandtschaft genannt wurde, musste schon früh verschiedene Stellen annehmen, damit die Familie im Hageggli über Wasser gehalten werden konnte. Das brachte sie seinerzeit in die Apotheker-Familie Meyer nach Mänedorf. An jene Zeit erinnerte sie sich stets gerne, da der Bäckerei-Angestellte -der legendäre Velo-Rennfahrer Ferdy Kübler- jeweils frisches Brot von der Bäckerei gebracht hatte. Ihre letzte Arbeitsstelle vor der Heirat war der "Bauernhof" in Sattel, von der sie immer heitere Episoden mit den dort einquartierten Soldaten erzählte.



(3) Mutti im Garten an der Steinerstrasse

Mutti im Garten an der Steinerstrasse

 

Mutti war Gründungsmitglied der "Bärglüt am Morgartä", die Trachtenvereinigung mit heute gut 120 Mitgliedern. Ich habe ihre Sonntags- und die Werktagstracht als Erbe übernommen. Dies berechtigt mich, an der jährlich stattfindenden Morgarten-Feier am 15. November in Tracht bei den offiziell Teilnehmenden am Umzug vom Dörfli zur Schlachtkapelle in der Schornen teilzunehmen. Das betrachte ich als grosse Ehre.

Ihre besondere Liebe galt nicht nur uns drei Kindern sondern auch dem Gemüse- und Blumengarten, den sie hegte und pflegte. Gekauftes Gemüse kannten wir nicht. Ein besonderes Ereignis war die Überraschung zu einem Muttertag: ein Volta-Staubsauger und ein VERWO-Halbwäsche-Automat. Dieser ersetzte den Sudhafen, der jeweils an den Waschtagen eingeheizt wurde. Zudem lieferte auch jeweils am Samstag heisses Wasser für das "Bad im Zuber" mit gründlicher Körper- und Haarwäsche.

Mit dem Bau des Skilifts Herrenboden (erbaut auf Schwyzer-Boden, aber erreichbar mit der Sesselbahn von Sattel aus) änderte sich das Leben unserer Familie. Die Einweihung fand am 16. Dezember 1949 statt; und Kaplan Xaver Amgwerd segnete diesen und alle die zukünftigen Benützer der Anlage. Wir durften denn auch beim Verkauf 2006 auf unfallfreie Jahre zurückblicken. Am Sonntag wurden wir Kinder zu den Tanten ins Hageggli gebracht, damit die Eltern ungestört zusammen mit den Angestellten den Lift betreiben konnten.

Mutti war nur für die Familie da und führte nebenbei auch genau Buch über die verkauften Artikel des Baugeschäfts, in welchem mein Vater als Bauführer mit hoher Kompetenz arbeitete. Leider nahm sie an keinem Vereinsleben teil. Umso grösser war für mich die Freude, als sie sich zu einem Nähkurs der Frauen- und Töchterfortbildungsschule anmeldete, deren Gründungsmitglied und erste Sekretärin ich war. Vorher trugen wir Kinder von ihr Selbstgestricktes, welches meistens nach "Feierabend" entstand d.h. wenn wir im Bett schliefen. Sie war eine wahre Meisterin !!!

Mutti begleitete mich, als ich als Reiseführerin für Reichlin-Reisen unterwegs war. Unter anderem übernachteten wir in München, wo sie mit mir zusammen "Zar und Zimmermann" genoss. Der Genuss war jedoch etwas einseitig - nämlich auf meiner Seite!

Sie besuchte auch mehrmals ihre Tochter Ruth in Carson City (Hauptstadt von Nevada USA). Wie sie das geschafft hat - allein ohne Englischkenntnisse!!! Offen für alles - wie sie immer war. Ohne Mutti wäre in Nesslau und Bad Ragaz die Lingerie schlecht gelaufen. Sie kam jeweils am Wochenende und fuhr am Dienstag oder Mittwoch wieder nach Hause, wo sie an der Steinerstrasse Haus und vor allem Garten bis zuletzt im Schuss hielt. 

Als wir Kinder aus dem Haus waren, weilte sie jeweils den ganzen Winter am Skilift, da Dädi im obern Stock des Skilift-Gebäudes 3 Schlafzimmer einrichtete. Kochmöglichkeit bestand schon immer, da die Familie und die Arbeiter verköstigt wurden. Ihr Job war: Kasse und Küche. Mutti war eine hervorragende Köchin. Sie war aber auch eine ausgezeichnete Managerin, welche alle ihre Aufgaben mit Leichtigkeit unter einen Hut bringen konnte. 

1985 am 8. September feierten wir mit 120 Familienmitgliedern den 70. Geburtstag meiner Eltern im Herrenboden. Ein strahlend schöner Tag war uns beschieden. Kind und Kegel erfreuten sich der tollen Bewirtung und musikalischen Unterhaltung. 2 1/2 Monate später läuteten die Glocken und verkündeten den Heimgang zum Schöpfer von Dädi. Drei Wochen dauerte der unverhoffte Aufenthalt im Spital Schwyz, welches er nicht mehr verlassen konnte. Das war für Mutti der Start in eine ungewisse und bedrückende Zeit, welche sie aber dank ihrem unerbitterlichen Glauben über 27 Jahre als Witwe zu bewältigen hatte. Grosse Freude und eine tiefe Verbindung zu ihren Grosskindern halfen über viele schwere Stunden hinweg. Besonders meinen Sohn David hatte sie in ihr Herz geschlossen. Er kochte sozusagen als Abschied für seine Grossmutter und mich herrlichen Fisch, den wir beide so liebten.

 

(4) Mutti und Dädi am 70. Geburtstag im Herrenboden

Mutti und Dädi am 70. Geburtstag im Herrenboden

 

Mein Vater

David Leuthard (geb. 8. September 1915 - Maria Geburt) stammte vom Dörfli, Sattel

Sein Grossvater alt Gemeinderat Franz Josef Leuthard, Bäckermeister, geboren in seinem Heimatort Merenschwand AG 1838 zog nach Sattel, wo er 1903 starb. 5 Söhne und 1 Tochter wurden ihm geboren.

Der älteste Sohn alt Gemeinderat Alois Leuthard, geboren 16. März 1882, war mein Grossvater. Seine erste Frau gebar den Sohn Alois, seine zweite Frau Anna und Helen. Alois Leuthard heiratete Louise Schuler von der Altstatt. Sie gebar meinen Vater David am 8. September 1915 und Frieda 1917. Im November 1917 starb mein Grossvater und meine Grossmutter stand da mit fünf kleinen Kindern. Als junge Witwe schloss sie mit Melchior Anton Späni (Metzger) den Bund des Lebens, aus dessen Ehe 10 Kinder entsprossen.



(5) Familie Leuthard / Späni

Familie Leuthard / Späni

 



Die fünf Leuthard-Kinder erbten vom Vater ein für damalige Verhältnisse ein beachtliches Vermögen, welches für die Ausbildung der Kinder eingesetzt werden musste. Der Vater wünschte, dass diese damals eine Lehre absolvieren konnten. Mein Vater entschloss sich, das Handwerk der Maurer zu erlernen und erhielt eine Lehrstelle in Luzern, wo er beim Bau der St.Karlskirche mitwirken durfte und natürlich dafür Lehrgeld bezahlte, anstatt einen Lohn zu erhalten. Tante Frieda lag das "Coifförlen" und erlernte das Handwerk in Arth. Nach ihrer Heirat mit Josef Lüönd von der Zizenmatt wurde die Sattler-Gemeindepolitik im dortigen Stubli betrieben. Der "Michel-Fränzel" und andere Dorforiginale brauchten am Samstag jeweils etwas lange für die Rasur des Barts!!!!

Am 19. Februar 1942 gab es in Sattel eine Doppelhochzeit: David und Martha Katharina Leuthard-Lüönd und Frieda und Josef Lüönd-Leuthard. Die Trauung fand um 06.00 Uhr in der Kirche St.Peter und Paul statt. Anschliessend ging's zum Z'Morge in den Bauernhof, wo Mutti vorher im Service tätig war. Durch den "Schnider Moser" wurde das Brautpaar zum Fotografen nach Einsiedeln chauffiert und dann 2 Tage "Flitterwoche" im Tessin angehängt. Mutti nahm im Dörfli den Platz am Tisch von Tante Friedli ein.

 

 

 Meine Schwester Ruth, Cousins Josef und Turi (die beiden Erstgeborenen von Tante Friedli) vor meinem Geburtshaus im Dörfli Sattel

Dädi arbeitete als Kundenmaurer in Sattel und Umgebung zusammen mit Alois Lüönd-de Mont, der 1947 tödlich verunfallte. Sand gewannen sie mit dem eigenen Steinbrecher aus der Steineraa.Der Steinbrecher steht jetzt noch beim Bildhauer an der Stiefelgasse. 1944 zogen meine Eltern mit mir an die Zeughausstrasse (heute Franzosenstrasse) in Seewen, wo Ruth Bertha am 7. Oktober 1944 geboren wurde. Am 18. April 1947 gesellte sich dann noch Leo Anton dazu, an dessen Geburt ich mich erinnern kann, da er mir durch Tante Ägi präsentiert wurde, als ich aus dem Kindergarten nach Hause kam. Wir verbrachten eine schöne, unbeschwerte Kinder- und Jugendzeit. Mit Dädi hatten wir einen strengen, aber allzeit korrekten "Lehrer", der uns Kinder vor allem dazu anhielt, fehlerfreies Schreiben und Kopfrechnen anzustreben. Dies war in meinem spätern Leben äusserst nützlich für mich.

Dädi war ganz Bauführer / Baumeister. Er leitete die Geschicke von Ott's Erben, da die junge Witwe mit 2 Kindern und einem Geschäft dastand. Frau Paula Ott-Casagrande (später Sommacal-Casagrande) erledigte die Büro-Arbeiten, während mein Vater die "technische" Seite betreute, als ob es sein eigenes Geschäft gewesen wäre. Sein Bezug zu Sattel sicherte er sich mit dem Bau des Skilifts und der Beschäftigung vieler Männer "auf dem Bau", welche aus seinem Geburtsort ein Einkommen erhielten. Nebst dem Baugeschäft gehörte auch noch der Steinbruch Fallenbach am Vierwaldstättersee dazu. Nach der Heirat von Frau Ott mit Johann Sommacal fiel dieser in den Aufgabenbereich desselben. Viele Bauten im Talkessel von Schwyz zeugen von der Handschrift David Leuthard. Das Prunkstück ist jedoch die Marienkirche von Seewen, in welchem zusammen mit Architekt Willhelm Freitag viel Herzblut eingeflossen ist. Beide zusammen stifteten denn auch die 2. Glocke, welche unter den Schutz der Gottesmutter gestellt wurde. Bei der Geldbeschaffung mischte er wacker mit; und ich durfte ihn beim grossen Bazar im alten Schulhaus und später im Untergeschoss der Kirche sowie beim Los- und Kerzenverkauf usw. unterstützen.

1958 zügelten wir in unser Heim an der Steinerstrasse. Was heisst zügeln: Morgens ging ich wie gewohnt mit dem Zug nach Ingenbohl zur Schule und um halb fünf Uhr marschierte ich anstatt an die Zeughaus- an die Steinerstrasse. Inzwischen wurden durch die Arbeiter mit dem Lastwagen Möbel, Kleider und alles übrige an die Steinerstrasse gebracht, wo wir am Abend glückselig in unsern gewohnten Betten schliefen. Das Schlafen erwies sich jedoch als ein besonderes Ereignis. Jeden Zug hörten wir über das freie Gelände; an der Zeughausstrasse -30 Meter von den Bahnschienen entfernt- vernahmen wir kein Zugsgeräusch!!! Aber auch das pendelte sich nach einer gewissen Zeit ein. Die herrliche Aussicht auf Rigi, Urmiberg, Uri Rotstock, Fronalpstock und das ganze Panorama bis zum Engelstock und Rossberg sowie den Lauerzer- und Vierwaldstättersee entschädigten uns auch für den längeren Schulweg zum Bahnhof in Seewen. Mutti erhielt einen noch schöneren und grösseren Garten und sogar neu gepflanzte Äpfel- und Zwetschgenbäume. 

Unser Haus blieb als einziges der Kirchgemeinde Seewen zugeteilt, damit wir weiterhin dort in Blauring und Kirchenchor mitwirken konnten.

Dädi war begeisterter und ein guter Schütze und wirkte als solcher bei Seewen mit. Oftmals durfte ihn die Familie zu Schiessanlässen begleiten (Rigi, Stoos, Urnerboden usw.). Dank dem Besitz eines Auto SZ 394 lernten wir viele Teile der Schweiz kennen. Dädi zeigte uns auch die Plätze, wo er im Aktivdienst seine Wehrpflicht absolvierte. Als Wachtmeister im Militär schaffte er es, dass General Guisan während den Kriegsjahren an die Morgartenfeier nach Sattel kam und er zusammen mit einem weiteren Kameraden den General auf dem Marsch zum und vom Platz in der Schornen begleiteten. Kaputt-Rollen war jeweils eine Aufgabe für sich, an welche ich mich noch gut erinnere. Dieser wurde dann auf den "Aff" geschnürt mit den vorhandenen Lederriemen.

Aktiver Turner war er nicht mehr wie in seinen Jugendjahren; dafür aber war sein Einsatz als Juror bei den bekannten Maskenbällen des Turnvereins von Seewen gefragt !!! Als guter Tänzer war dies natürlich für ihn ein besonderes Vergnügen. In jungen Jahren war er sogar aktiver Schwinger im Schwyzer-Schwingclub. Dass er Gründungsmitglied des Skiclub Sattel-Hochstuckli und später Ehrenmitglied war, gehörte dazu.

Im Arbeiterverein brachte er viele gute Vorschläge ein, so dass wir Kinder auch dort immer wieder bei Anlässen dabei sein durften (Ausflüge, Maskenball bereits als 17-jährige !). Als Stimmenzähler war er auch mit der Politik konfrontiert. Es erstaunt nicht, dass er von 2 Parteien als Kandidat für den Kantonsrat angefragt wurde. Seine Antwort: "Wenn diese ohne Sitzungsgeld arbeiten, bin ich dabei!"

Beim grossen Musikfest in Seewen amtete Dädi als Umzugs-Chef. Mutti und wir Kinder schritten in der Tracht der "Bärglüt am Morgartä" ganz stolz und selbstbewusst mit.

Jassen bedeutete Erholung und Vergnügen. Ferien kannten meine Eltern nicht, so dass dies für ihn Entspannung war. Meine im Cristal organisierten Jasswochen gingen in die Geschichte ein - jene vom Oktober 1985 im Besonderen. Ich konnte Dädi überzeugen, dass ich noch einen Jasser brauchte; und er kam. Die 43 anderen waren begeistert nicht nur von seinem Spiel sondern auch von der Persönlichkeit. Wer hat da geahnt, dass wir einen Monat später die Urne von Dädi in Sattel beisetzten? Als starker Raucher (jedoch seit 5 Jahren total abstinent), bildete sich Wasser auf der Lunge und nach kurzem Spitalaufenthalt gab er seine Seele dem Schöpfer zurück. Meine Schwester aus Amerika, zusammen mit Mutti und mir durften dabei sein und mit ihm sprechen bis 20 Minuten vor dem Aushauchen seines irdischen Lebens. Gross war die Anteilnahme und wir erhielten gute Unterstützung durch sein und unser Umfeld. Mutti lebte dann 27 Jahre als Witwe, obwohl sie ihm am Liebsten gleich gefolgt wäre. Aber da waren ja auch noch 6 Grosskinder (je ein Bub und ein Mächen von uns drei Geschwister), denen der Heimgang ihres Grossvaters schon schwer genug fiel. Also hatte sie eine grosse und schöne Aufgabe, für die Grosskinder weiterhin das Grossmutti sein zu dürfen und können.

Der Skilift Herrenboden war "sein viertes Kind".


 

 Zusammen mit zwei Geschäftsmännern von Schwyz wurde dieser erbaut. Geld von einer Bank war nicht erhältlich. Da mussten Schwestern und Schwägerinnen herhalten. Tante Luisa verkaufte die vom Vater geschenkte Brautgabe -eine Kuh- und trug so zum Startkapital bei. Früher erreichten die Skifahrer vornehmlich aus Zürich mit dem Zug nach Biberegg (Rothenthurm) und dem Aufstieg mit Fellen über die Bannegg das Gebiet des Hochstuckli; und Dädi setzte seine Vision um, dass er einmal an seinem eigenen Skilift auf den Gipfel gelangt. Das Material wurde von Schwyz über die Mostelegg zur Berg- und Talstation gefahren. Da durfte ich jeweils mitfahren, so dass ich von Anfang an mit dem Vorhaben konfrontiert war. Anfangs betrieb er die Anlage mit einem Dieselmotor, der nach der Elektrifizierung ausgewechselt wurde. Die Zuleitung musste hauptsächlich durch Dädi, die Sattel-Hochstuckli AG und Käthi vom Herrenboden berappt werden. Das waren harte Zeiten; aber der Einsatz aller hat sich gelohnt. Mein Bruder Leo absolvierte bei Garaventa Seilbahnbau in Goldau eine Lehre als Seilbahnbau-Mechaniker; nach der Lehre arbeitete er bei seinem Götti Albert Grab in Rothenthurm als Elektriker. Somit war er gut vorbereitet für seine Aufgabe am Skilift. Durch sein grosses Wahrnehmungsvermögen eignete er sich ein grosses Wissen auf allen technischen Belangen an. 

 

 

 60 Jahre Skilift Herrenboden am 16. Dezember 2009, Talstation der ersten Drehgondelbahn der Welt mit meinem treuen Vierbeiner Kerry

Foto: pomt 

 

 

Schulbildung
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3.  Schulbildung

Schulen

Kindergarten

ab meinem 4. Lebensjahr in Seewen SZ. Gegründet durch den Arbeiterverein Seewen, geleitet durch Schwestern vom Heiligen Kreuz Ingenbohl.

Jeweils am Montag brachten wir 50 Rappen im selbstgebastelten Täschli. In der Adventszeit durften wir unsere Eltern zum Krippenspiel einladen. 

Primarschule

in Seewen, ebenfalls mit Ingenbohler Schwestern, welche auch das Fach Biblische Geschichte unterrichteten. 1., 2. und 3. Klasse waren auch die Buben dabei. Nachher kamen diese zu Lehrer Meinrad Rauchenstein. Wir Mädchen hatten das grosse Glück, dass Sr. Adolfa Maria eine ausgebildete Sekundarlehrerin war. Aus diesem Grund erhielten wir schon einigen Stoff aus der Oberstufe. Unsere Klasse sammelte Geld durch Kerzenverkauf und Selbstgestricktem und konnten damit den Tabernakel der neuen Kirche finanzieren. Das versetzte uns in Freude.

Einer der schönsten Wege ist der Schulweg.

Was wir da nicht alles entdecken konnten. Er war aber nicht ungefährlich, da die sehr stark befahrene Gotthardstrasse überquert werden musste. Eigentlich erstaunlich, dass keine ernsthaften Unfälle passierten. Allerdings ereignete sich ein solcher bei der Unterführung der SBB. Der Kindergärtner Marcel Steiner von der Bäckerei "verirrte" sich vom Ober- ins Unterdorf, passierte die Unterführung und sprang in einen herannahenden Lastwagen der Schweizerischen Armee. Leider konnte der Kleine trotz Reanimation nicht mehr ins Leben zurückgeholt werden. Unsere Klassenkameradin Vreni schlittelte beim "Beredi Marty" frontal in ein auf der Strasse nahendes Auto. Lange Aufenthalte im Balgrist in Zürich konnten nicht eine Behinderung des Gehapparates verhindern.


 

 Seewen - am Fuss der Mythen

Foto: pomt

Ohne Probleme bestand ich die Aufnahmeprüfung für die Sekundarschule. Damit trennten sich die Wege, da ich diese in Ingenbohl besuchte. Mein Berufswunsch war Lehrerin und meine Eltern fanden, dass der Übergang ins Seminar des Theresianums leichter ist, wenn ich die Sekundarschule dort besuche.

Sekundarschule

im Theresianum Ingenbohl. Vier Trimester war ich als interne Schülerin eingeschrieben, da Mädchen keinen Militärdienst leisten. Das war eine bereichernde Zeit und ich bin dankbar, dass mein Vater mir diesen Weg finanziert hat. 

Handelsschule

Es kam anders als geplant. Die Direktorin Sr. Cornelia Göcking sah in mir eine Handelsfrau, keine Lehrerin: da werde mehr verlangt. Das war für mich Ansporn und ich bestand die Aufnahmeprüfung. Nach 3 Jahren erfolgte die Diplomierung und das Berufsleben konnte beginnen.

(2) Mini-Klassenzusammenkunft 1988

Mini-Klassenzusammenkunft 1988

 

Weitere Ausbildungen

Seminar an der Schule für Angewandte Psychologie in Zürich

♣ Wirtefachkurs zur Erlangung des Fähigkeitsausweises in Luzern zusammen mit meinem Verlobten Edi Reber

♣ Ausbildung und Diplom als Kneipp-Hydrotherapeutin in Dusnang

♣ Seminar für Soziales Engagement in Widnau und verschiedene Weiterbildungen auf diesem Gebiet

Beruf und Berufung
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4.  Beruf und Berufung

1960 - 1965

Kanzlistin und Verwaltungsbeamtin auf der Kantonskanzlei Schwyz mit Staatsschreiber und nachmaligem Bundesrichter Dr. Paul Reichlin.

"Fräulein Leuthard ist eine äusserst wertvolle Arbeitskraft. Sie schreibt und stenographiert flink und genau und hat ein ausgesprochenes Geschick für schöne, übersichtliche Darstellung. Als Telephon-Ordonanz der Kantonsverwaltung hat sie jedermann freundlich und zuvorkommend bedient. Sie ist gewissenhaft, dienstfertig, aufrichtig und frohmütig. Jederzeit war sie auf ein gutes Einvernehmen mit ihren Arbeitskolleginnen und -kollegen bedacht. Ihre Arbeitsleistung verdient nach Qualität und Quantität ein ausgezeichnetes Prädikat, ihre Charaktereigenschaften verdienen es nicht minder."

Sein Nachfolger ist Karl Amgwerd.

Sommer 1965

Sevice-Angestellte im Restaurant Sonnenhof, Oberhelfenschwil (Toggenburg), wo ich zugleich mein 2-jähriges Patenkind Marianne betreuen darf.

"Sie hat sich, nachdem sie bereits in den Sommerferien während ihrer Studienzeit bei uns weilte, gut und schnell in die Arbeiten des Servierens eingelebt. In der Zwischenzeit besorgte Fräulein Martha auch die laufende Korrespondenz. Fräulein Martha hat durch ihre Freundlichkeit unser und das Vertrauen der Kundschaft gewonnen. Sie verlässt uns auf eigenen Wunsch, um wieder als Verwaltungsbeamtin in Schwyz zu arbeiten."

Oktober 1965 - Februar 1967

Strassenbauamt des Kantons Schwyz unter Heinz Bysäth.

"Fräulein Leuthard bewies grosses Interesse am ganzen Betriebsgeschehen und wurde bald zu einer eigentlichen Auskunftsstelle. Sie vermochte in dieser Weise den Chef äusserst wirksam zu entlasten. Die ihr übertragenen Arbeiten erledigte Fräulein Leuthard rasch und exakt."

Februar 1967 - Ende 1968

Schweizerischer Verband Pro Filia, Sektion Schwyz mit Berta Hofstetter als Präsidentin, als Sekretärin der Pro Filia und Hausdienstkommission des Kantons Schwyz sowie Berufsberaterin für die Mädchen des Kantons Schwyz gearbeitet.

"Sie bewies in dieser Zeit erstaunliche Fähigkeiten in beruflicher und menschlicher Hinsicht, und ihre Leistungen waren ausserordentlich gut. Mit rascher Auffassungsgabe und gutem Einfühlungsvermögen arbeitete sie sich in kurzer Zeit in ihr Arbeitsfeld ein. Sie arbeitete rasch, verantwortungsbewusst und absolut verlässlich, brachte Schwung, Initiative und eigene Ideen mit. Die anwachsenden Aufgaben in der Berufsberatung und im Hausdienst bewältigte sie mit organisatorischem Talent und unermüdlicher Energie. Besonders schätzten wir ihre hervorragenden Qualitäten im Umgang mit Menschen jeder Art und jeden Alters. Offen, positiv und vertrauenerweckend, schlug sie überall Brücken, schuf Kontakte und suchte Lösungen für Probleme. Der sich ausdehnende Wirkungskreis der Pro Filia Schwyz geht in beträchtlichem Mass auf ihren kräftigen und fruchtbaren Einsatz und ihre grosse Beliebtheit zurück."

Dezember 1965 - Heirat Oktober 1969

Gründung der Frauen- und Töchterfortbildungsschule Schwyz, deren erste ehrenamtliche Sekretärin und "Mädchen für alles" ich war. Ich besuchte natürlich alle 4 aufbauenden Nähkurse und organisierte und repräsentierte die erste Modeschau im Untergeschoss der von meinem Vater erbaute Marienkirche in Seewen.


 

 Modeschau im Casino Schwyz mit selbstgenähtem Kleid. Moderation: Dorothea Furrer

1969 - 1977

Direktions-Ehepaar im neu erbauten und durch uns eröffneten Hotel Restaurant Sternen, Nesslau (Obertoggenburg). Eigentümerin: Brauerei Schützengarten, St.Gallen.

"Bei der Wahl des Géranten-Ehepaares entschloss sich die Geschäftsleitung für Edi und Martha Reber-Leuthard. Diese Wahl erwies sich als sehr glücklich. Während etwas mehr als sieben Jahren haben Herr und Frau Reber den Sternen mit Umsicht und Initiative geleitet. Der Umsatz und das finanzielle Ergebnis haben sich konstant und positiv entwickelt. .....beschäftige sich Frau Reber in erster Linie mit dem Kontakt zu den Gästen und den administrativen Arbeiten. "

ab 24. August 1977

Kauf aus dem Konkurs des Hotels Cristal, Bad Ragaz, zusammen mit den Bürgen. Bis Frühling 1978 alleinige Leiterin desselben, da mein Mann den Vertrag dank dem Entgegenkommen der Brauerei Schützengarten St.Gallen in Nesslau allein abschliessen konnte. Ich erledigte jeweils den Monatsabschluss. Nach 3 Jahren waren wir je zur Hälfte alleinige Aktionäre der Releu AG. Unser Verwaltungsratspräsident Karl Maetzler wurde als Regierungsrat gewählt und ich rückte nach in seine Position. Im Sommer 1995 kommt mein Mann nach 3 Jahren in Gersau wieder zurück: "Ich bin jetzt wieder da, aber ohne Dich." Schlüsselabgabe !!

Damit beginnt meine Leidensgeschichte auf "Mein Weg durch die Depression".

 

 

 

Kirche und ich
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5.  Kirche und ich

 

Der feste Grund wurde durch das Vorbild meiner Eltern, Grosseltern und meine Verwandtschaft gelegt. Ab meinem Eintritt in den Kindergarten nahm mich Dädi jeden Sonntag in den Gottesdienst mit. Der Kirchenchor sang jeden Sonntag eine lateinische Messe, so dass diese Sprache für mich gehörfällig wurde. Mit Eintritt in die Primarschule gehörte jeden Morgen die Schulmesse zur Unterrichtszeit. Ab der 4. Klasse übten wir jeden Samstag von 11.00 bis 11.30 Uhr mit Kaplan Xaver Amgwerd die Lieder der nächsten Woche ein. Ab der 5. Klasse durfte ich in den Schülermessen als "Vorbeterin" wirken (Heute nennt man das Lektorin.), da meine Stimme sich bestens für diesen Einsatz eignete. Ein oder zweimal im Monat versammelte uns Kaplan Amgwerd in der Kaplanei zu Gesang, Spiel usw. als "Kreuzfahrer".

In der 1. Klasse an Weihnachten erhielten wir von Kaplan Amgwerd ein Weihnachtsgeschenk. Wir hätten begriffen, um was es beim Empfang der Heiligen Kommunion ginge; deshalb durften wir am Ende der ersten Klasse zum erstenmal zum Tisch des Herrn schreiten. Am Klaustag in der 6. Klasse setzte er mich zusammen mit meinem Kommuniongespan Heidi als Engel für die Klausbesuche in den Familien ein. Am 20. Mai 1955 (Sekundarschule Ingenbohl) spendete Bischof Caminada von Chur in der Alten Kapelle Seewen (Die Marienkirche existierte noch nicht.) das Sakrament der Firmung, wodurch ich voll in die Kirche integriert wurde.

Scharführerin des Blauring Seewen

Mein Versprechen bei der Sendung als Scharführerin und damit Trägerin der "gelben Schnur":

"Liebe Führerinnen und Ringmädchen. In dieser Feierstunde gebe ich Euch bekannt, dass aus der Zahl unserer Führerinnen Fräulein Martha Leuthard als Scharführerin für unsere Pfarrei erkoren wurde, und

ich erteile ihr hiermit als Präses zu ihrer grossen apostolischen Aufgabe die kirchliche Sendung. 

Es ist das höchste Führerinnenamt, das wir in der Pfarrei zu vergeben haben, aber auch das verantwortungsvollste.

Denn der Scharführerin ist neben dem Präses die Hauptsorge für die Pflege und Reinerhaltung des wahren Blauringgeistes in der Pfarrei anvertraut. Die Scharführerin soll nicht nur selbst eine vorbildliche Führerin sein, sondern wegweisend gleichsam die Seele des gesamten Scharlebens werden, indem sie sich besonders bemüht, allen Gruppen und Führerinnen eine kameradschaftliche Helferin und sorgende Mutter zu sein. Wir wissen bestimmt, dass die neuernannte Scharführerin ehrlich bestrebt sein wird, das in sie gesetzte Vertrauen voll und ganz zu rechtfertigen. Wir bitten sie aber, dies jetzt auch vor allen Anwesenden in einem kurzen Treuegelöbnis nochmals zu bekräftigen."

An den Stufen des Altares in der Alten Kapelle legte ich folgendes Gelöbnis ab:

"Vertrauend auf Gottes Gnade und Mariens Hilfe bin ich bereit, nach bestem Wissen und Können, in apostolischer Dienstbereitschaft und in demütigem Gehorsam gegen die Anweisungen der kirchlichen Autorität, die mir als Scharführerin aufgetragenen Pflichten treu und gewissenhaft zu erfüllen und so vor allem den echten Geist des Blauringideals in unserer Pfarrei zu wahren und zu fördern."

Präses Alois Zgraggen: "Als Zeichen Ihrer neuen Amtswürde überreiche ich Ihnen die gelbe Schnur. Sie ist Ihnen zugleich ständige Mahnung an Ihr heutiges Treuegelöbnis. Es segne Sie und Ihr neues Amt Gott der Vater, der Sohn und der Heilige Geist."

Das bekräftige ich mit einem deutlichen "Amen - So sei es".

 

Kommunionspende in Bad Ragaz

Im September 2006 erhielt ich von Bischof Markus, St.Gallen, den Auftrag, in Bad Ragaz die Kommunion spenden zu dürfen. Das beinhaltet nicht nur, in den Gottesdiensten und bei Krankenbesuchen die Heilige Kommunion zu spenden. Es heisst auch, dass die Kommunikation gepflegt werden soll.

 

Bestätigung durch Herrn Bischof Vitus

Nach einem eindrücklichen Gespräch mit Herrn Bischof Vitus in Chur im November 2011 fragte ich ihn:

"Und jetzt, Bischof Vitus?". Seine Antwort: "Apostolat Schwiiz".

Geschiedenen-Pastoral, Musikalische Besinnungsstunden, Familie, Grosseltern-Vereinigung usw. waren die Themen. Bereits im darauffolgenden Februar setzte er mit dem Begegnungstag in Einsiedeln zum Thema "Geschiedenen-Pastoral" ein erstes Zeichen, deren weitere folgten. Herzlichen Dank, Bischof Vitus

 

 

Musik und ich
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6.  Musik und ich

Ab der 4. Primarklasse wurde ich ins "Chörli" aufgenommen. Nach dem Sonntags-Gottesdienst war jeweils Probe bei Lehrer Meinrad Rauchenstein an der Bahnhofstrasse  angesagt. Bei Beerdigungen sangen wir Schüler jeweils das Requiem, natürlich in lateinischer Sprache.

Der Übertritt in den Kirchenchor erfolgte 1957 bei Beginn der Handelsschule im Theresianum. Da mein Berufswunsch "Lehrerin" war, belegte ich 2 Jahre Klavierunterricht im Theresianum, welchen ich aber während der Handelsschule aufgeben musste. Das Pensum wäre zu gross gewesen.


 

 Die Junge Garde des Kirchenchors Seewen auf dem Ausflug nach Bad Ischl

Singen und Musik begleiteten mich auch in Zukunft. Als Hilfsführerin, Führerin und später sogar als Scharführerin bildete das Singen einen wesentlichen Bestandteil der Gruppenstunde. Auf manchen Ausflügen erfreuten wir Mitreisende mit dem fröhlichen Gesang der Mädchen. Theaterproben und -aufführungen wurden vielfach abgeschlossen mit Gesang in fröhlicher Runde - wen wundert's, wenn Melk Ulrich dabei war!

Als Besitzerin eines Tonbandgerätes sangen meine Schwester und ich im Duett. Catarina Valente, Annelis Rotenberger, Peter Alexander usw. wurden verewigt. Originalschallplatten sind immer noch vorhanden.

Bei Tanzanlässen wurde nicht nur zu bekannten Kapellen getanzt sondern auch viel gesungen. Während unserer Zeit in Nesslau organisierten wir "Metzgete" mit Jost Ribary II, Hans Aregger, Fritz Dünner, Carlo Brunner, Alderbuebe usw. Willi Valotti als Einheimischer durfte natürlich auch nicht fehlen.

Dass bei der Feier zu "15 Jahre Hotel Cristal mit der Familie Reber" Musik nicht fehlen durfte, war eine Selbstverständlichkeit. Der Garten wurde mit Tischen und Bänken für gut 100 Personen hergerichtet; 150 kamen, so dass die vorsorglich angelegte Reserve aufgebraucht wurde. Meine Göttibuben, die "Mastrilser Dorfmusikanten", spielten auf. Fritz Dünner und seine Kapelle liess es sich nicht nehmen, "Im Cristal z'Ragaz" unserer Familie zu widmen und meine Cousinen "Geschwister Reichmuth" aus Rothenthurm wagten erstmals nach einigem Zögern einen Auftritt im Freien. Bei ihren Vorträgen war es still wie in einer Kirche, so dass nicht nur das Publikum sondern auch die Vortragenden hell begeistert waren.

Während meiner Klinikzeit schloss ich mich dem Nostalgiechörli Bad Ragaz an, mit dem manch schöner Auftritt verbunden war. Daraus ergab sich später der Übertritt in den Katholischen Kirchenchor Bad Ragaz mit der Möglichkeit, als Gastsängerin im Evangelischen Kirchenchor Bad Ragaz mitzuwirken.


 

 

Dank dem Engagement meines Gesprächspartners Achilles durfte ich im Dezember 1995 die Ansage seines

1. Kirchenkonzerts Achilles Schnider

in der St. Antoniuskirche von Wangs gestalten. Daraus ergab sich das Mitwirken im dortigen Kirchenchor. Erstmals kam ein Kirchenkonzert unter Mitwirkung eines Musikkorps und Kirchenchors zustande, da er gleichzeitig die Musikantinnen und Musikanten von St.Gallenkappel und den Chor von Wangs dirigierte. Grosser Erfolg war ihm und uns Mitwirkenden beschieden.


 

 

Musikalische Besinnungsstunden 

schlossen sich an sowie Mitgestaltung von Eucharistiefeiern. Diese sind grösstenteils auf CD aufgenommen, da sie Bestandteil zu "Meinem Weg durch die Depression" sind.


 

Louis Hüppi, Präsident Pfarrer Künzle Verein

Achilles Schnider, Trompete

B. Martha Leuthard, Text zu Depression

Klinikseelsorger Dr. Walter Rapold, Bibeltexte

Erich Jahn, Orgel, fehlt.

1. Musikalische Bessingungsstunde vom 8. September 2001 in der Evangelischen Kirche von Bad Ragaz. Bild: pomt

Besonders 2014 ist geprägt durch Mitwirken bei verschiedenen feierlichen Vesper mit Guardian Bruder Ephrem Bucher, Kapuzinerkloster Mels.

 

 

Sport und ich
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7.  Sport und ich

Ski

Dass Skifahren meine Wintersportart sein wird, wurde mir durch die Realisation des Skilifts Herrenboden sozusagen in die Beine gelegt. Meines Vaters Vision als junger Mann setzte er in die Tat um. Jeweils an Sonntagen nach der Christenlehre, welche nach dem Mittagessen angesetzt war, schulterte er zusammen mit seinen Kameraden die Ski und es ging Richtung Mostelberg, Herrenboden zum Hochstuckli. Auf der Talfahrt wurde ein Kaffee- oder Teehalt beim Herrenboden-Käthi eingelegt. Sie war damals die Frau, welche im Rock das Fahren auf den schmalen Brettern beherrschte. Anschliessend ging die Fahrt zum "Bächli". Es folgte der Marsch zum Mostelberg und dann ging's in stiebender Fahrt dem Dörfli Sattel zu. 

Mit 8 Jahren erhielt ich und meine Schwester Ruth die ersten Skis. Diese wurden aufgefrischt, da sie vorher den Kindern der Chefin meines Vaters gehörten. Den ersten Versuch auf diesen Latten unternahmen wir auf "Mettler's Hügeli". Mutti wollte mir zu Hilfe eilen, als ich im tiefen Pulverschnee landete. Dädi jedoch war der Meinung, dass s'Martli wieder selber auf die Beine stehen soll !!! Da wir noch zu "klein" waren, um zum Skilift zu kommen, wurden wir drei Kinder (ich 1942, meine Schwester Ruth 1944 und mein Bruder Leo 1947) zu unseren Tanten ins Hageggli gebracht und am Abend wieder abgeholt. Dort war schon eher schlitteln angesagt, was auch mit viel Spass verbunden war.


 

 

Mit den Jahren wurden wir zum Herrenboden mitgenommen, wo uns Dädi die Möglichkeit bot, mit dem Billett-Abnehmen Sackgeld zu verdienen. Während der Primarschule waren dies Fr. 1.- pro Stunde, ab Sekundarschule Fr. 2.-, ab der Handelsschule Fr. 5.-. Während der Ausbildung in der Wirtefachschule erhielten damaliger Verlobter und ich Fr. 100.-. Damit konnten wir den Unterhalt (Kost und Logis sowie Zugskosten) während dem Aufenthalt in Luzern berappen.

Unsere Skikünste nahmen langsam Gestalt an, so dass wir uns an Kinderskirennen am Urmiberg wagen konnten, welches vom dortigen Turnverein organisiert wurde. Ein Glück, dass meine Schwester und ich nicht in derselben Kategorie starten mussten. Somit gab es immer zwei Siegerinnen in der Familie. Ein Photo-Apparat war der Preis für das gute Resultat. Mit diesem konnte ich viele Erinnerungen an meine Jugendzeit festhalten.

Die nächste Stufe bildete der Einsatz an den Alpinen Skirennen vom Hochstuckli. Mit dem Erfolg auf heimischer Piste wurden meine Schwester und ich in die Renngruppe des Skiclub Sattel-Hochstuckli aufgenommen. Unzählige schöne, kameradschaftliche Stunden gehören zu meinen Erinnerungen, z.B. nach Einsätzen am Brusti, Grimsel, Melchsee-Frutt, Klewenalp, Mythen, Stoos usw. 

Dädi war als Gründungsmitglied des Skiclubs Sattel-Hochstuckli stolz auf seine beiden skifahrenden Töchter. Er war aber nicht unglücklich, dass ich beim Nachwuchsfahrerkurs auf dem Stoos mein rechtes Handgelenk brach und ich somit als Hilfe übers Wochenende am Skilift erhalten blieb. Meine Schwester dagegen rückte auf ins A-Kader der Schweizer Ski-Nationalmannschaft.

Der Lionsclub Bad Ragaz -dessen Mitglied mein Mann war- organisierte jeweils ein Skirennen in den Flumserbergen. Daran nahm ich sehr gerne teil, da meine Kinder die Mutter besiegen wollten, was ihnen aber lange nicht gelang. Mit ihnen zusammen stand ich letztmals auf den Ski, als ich mit ihnen 1985 eine Woche in Aspen verbrachte.

 

Jugend und Sport

Jules Zehnder, der Chef des Amts für Sport in Schwyz, bewog mich dazu, den 1. Jugend- und Sportkurs Ski der Schweiz zu besuchen, was ich denn auch erfolgreich tat. Mein Einsatz erfolgte beim Skiclub Sattel-Hochstuckli sowie bei der Sekundarschule Wollerau, welche Dank meinem Einsatz einen willkommenen Zustupf ins Klassenlager von Gluringen erhielt. Über Schnee hatten wir uns im Oberwallis nicht zu klagen, da sogar die Skilift-Anlagen teilweise im Schnee versanken und wacker geschaufelt werden musste. Aber, auch das hatte seinen Reiz!

Schwimmen

Am Lauerzersee aufgewachsen, gehörte es natürlich dazu, dass wir das Schwimmen erlernten. Sr. Adolfa-Maria unterrichtete uns vom sicheren Ufer her und Gusti Bolfing als Bademeister übernahm den praktischen Teil im Wasser. Den Rettungsschwimmkurs brach ich nach der Stufe I ab. Das Wasser scheint nicht unbedingt mein Element zu sein, obwohl ich Krebsgeborene bin.

Orientierungslauf

In diesem Fach erhielten wir Gruppenstunde der Führer der Jungwacht von Seewen mit dem Ziel, am Kantonalen Orientierungslauf in Tuggen teilzunehmen. Mit grosser Freude chauffierte ich mit Dädis Auto die Mädchengruppe vom Blauring Seewen zum Buchberg. Gespannt waren wir auf die übrigen Gruppen, welche nicht Anfänger wie wir waren. Ein Posten wurde von allen Mädchen nicht gefunden, so dass alle in den Genuss eines Victorinox-Offiziersmesser kamen. Es stellte sich heraus, dass er falsch eingezeichnet war.

Wandern

Unzählige Tage genossen wir Führerinnen zusammen mit den im Blauring zusammengeschlossenen Mädchen auf Wanderungen vor allem im Kanton Schwyz. Aber auch das Urnerland hatte seine Reize, so dass schöne Plätze in den Höhen erwandert wurden. Zwei von mir geleitete Lager führten uns ins Bündnerland mit seinen fast unerfassbaren Möglichkeiten.

Reiten

war meine grosse Leidenschaft - sehr zum Unmut meiner Eltern. "Astra", der Schimmel von Pius Appert war mein Favorit. Da meine jüngste Tante einen Dragoner heiratete, kamen wir in den Genuss einer Kutschenhochzeit. Meine Schwester, Tante Marie und die Schwägerin der Braut und ich bildeten den Abschluss in der "Ledigenkutsche". Die Fahrt führte nach der Brautmesse in Sattel dem Ägerisee entlang zum Mittagessen nach Unterägeri. Auf dem Heimweg wurde im Eierhals (eines der bekanntesten Fischrestaurants der Innerschweiz) ein Halt eingelegt. 

Daraus entstand ein Kontakt zum Kavallerieverein Schwyz, bei welchem ich zweimal als Ehrendame bei Springkonkurrenzen amten durfte. Dank dem guten Einvernehmen mit Ernst Käppeli und durch ihn zu Ernst von Euw, den Gebrüdern Betschart (Transporte Ingenbohl) sowie Röbi Ackermann (Hotelier Brunnen) besorgte ich die Schreibarbeiten für die neu gegründete Reitanstalt Innerschwyz. Bewegung der Pferde war vor allem am Anfang angesagt, so dass ich viele Stunden auf den Rücken der Pferde verbrachte, sei es in der freien Natur oder auch in der Reithalle der Familie Vögeli vom Parkhotel Brunnen. Viele schöne, kameradschaftliche Stunden erinnern an diese Zeit mit Ausritten ins Ägerital, über den Vierwaldstättersee und im Talkessel von Schwyz.

 

Tennis

Obwohl damals noch ein exklusiver Sport, für welchen der Direktor der Celfa mich begeistern wollte, hätte ich zu gerne "Ja" gesagt; aber meine Eltern waren strickte dagegen. Das konnte ich jedoch nachholen, als wir in Nesslau Gründungsmitglieder und Initianten des Tennisclubs Nesslau-Neu St.Johann waren. Der Belegungsplan lag bei uns im Sternen auf, so dass ich allzeit guten Zugang zu allfälligen PartnerInnen hatte. Zwischen 9 und 10 Uhr war die Martha auf dem Platz anzutreffen; und somit war nach dem Umzug nach Bad Ragaz die Aufnahme in die Damen-Interclub-Mannschaft im neu gegründeten TC Pizol angesagt! Die Mitgliedschaft dauerte nicht lange, da die Arbeit die Fahrt Bad Ragaz nach Wangs immer seltener erlaubte. Nun standen mein Mann und ich dem Vorhaben von Vater Russenberger zur Realisation der Tennishalle Bad Ragaz positiv gegenüber. Das erlaubte mir erneut einen Neustart.

 

Meine Freizeit
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8.  Meine Freizeit

Meine Tätigkeiten waren Beruf, Berufung und Hobby in einem.

Ob ich Lösli, Schoggi-Taler oder Glückskäfer für eine gute Sache verkaufte oder auf dem Parkett das Tanzbein schwang (übrigens leidenschaftlich gern) oder im pulvrigen Neuschnee meine Spur zog oder auf dem Rücken meines Lieblingspferdes Astra ausritt und dabei die Kameradschaft vorwiegend männlicher Begleiter genoss oder auf den Brettern, die die Welt bedeuten Theater spielte oder auf schönen Wanderungen mit den Blauringmädchen die Heimat näher kennen lernte oder einen Gottesdienst mitgestaltete usw. -

dies alles bedeutete für mich Erfüllung des Lebens innerhalb der uns gesetzten Leitplanken.

Das Fach "Handarbeit" bildete schon während der Schulzeit eine Lieblingsbeschäftigung von mir. Vor allem das Stricken zählte dazu. Während meiner Internatszeit im Theresianum entstanden Pullover usw. Tante Trudi vom Hageggli, welche durch die Kinderlähmung stark behindert war, erreichte eine grosse Fertigkeit mit einer professionellen Strickmaschine. Diese musste auch für meine Strickkünste herhalten. Nähen folgte ab der 5. Primarklasse. In der Freizeit am Theresianum nähten wir bei Sr. Theogardis Kleidchen für die Mädchen auf den Missionsstationen in Afrika, welche durch Ingenbohler-Schwestern betreut wurden. Das machte grosse Freude, vor allem, wenn wir auf zugesandten Fotos unsere Produkte vor Ort sehen konnten. Während der Blauringzeit kamen dann noch Bastelarbeiten in verschiedensten Variationen dazu. 

Die Buchhandlung in Schwyz sah mich sehr gerne als Kundin. Mein Lohn von Fr. 350.- erlaubte keine grossen Sprünge; aber jeden Monat musste ein Buch drinliegen. Dank Agnes Schorno existierte im Untergeschoss der Kaplanei Seewen eine Leihbibliothek, welche jeden Sonntag nach dem Gottesdienst geöffnet war. Für 10 Rappen konnte ein Buch für 2 Wochen geliehen werden, welches aber meistens schon nach einer Woche Nachfolge erhielt.

Mein grösstes Hobby war sicher das Reisen. Unzählige bereichernde Begegnungen und Gespräche bereicherten diese Zeit des Abschaltens aus dem zum Teil hektischen Alltag.

⊗ Fahrt mit dem Car an den Wolfgangsee und natürlich Mittagessen im "Weissen Rössl",1960. Beim zweitenmal war meine Schulkameradin und -freundin Brigitte dabei.

⊗ Öfters Besuch in Wien für eine Woche mit Genuss von Operetten, Opern und natürlich vom Heurigen und Schloss Schönbrunn. Als Begleitung: Marira Mettler oder Brigitte und Madlen (meine Schulfreundinnen) oder Lehrlinge und Lehrtöchter des Hotels Cristal. In bester Erinnerung der Besuch mit Abstecher nach Ungarn als dieses unter russischer Herrschaft stand. Ungarn besuchte ich auch mit Tochter Andrea C. mit dem Schiff von Passau über Wien, wo wir auf den Bus umsteigen mussten, weil der Pegelstand der Donau zu niedrig war. 

⊗ Auch Paris hatte es mir angetan. Beim Besuch mit meiner Schwester landete diese in der Ambulanz eines Spitals und auf dem Polizeiposten, da uns ein 80-jähriger Autofahrer auf seine Autohaube lud und wir anschliessend auf das Pflaster vor dem Eifelturm geschleudert wurden. Dank der Hilfe von Umstehenden verlief diese "Aktion" bestmöglichst, und wir konnten nach Verarztung und Polizeirapport unsere Stadtbesichtigung fortsetzen. Später begleitete ich Volontärinnen aus dem Kanton Schwyz für ein Jahr zur Erlernung der Sprache nach Paris.

⊗ 1965 stand die erste Schiffsreise auf dem Programm. Damals existierten noch keine Kreuzfahrten. Bei Reitferien auf Mallorca lernte ich Gret Huber aus Schlieren kennen. Wir zwei begeisterten auch meine Schwester Ruth zu einer Reise nach Israel. Bis Athen war auch noch eine Zürcherin in der Vierer-Kabine einquartiert, welche sich dort für ein Jahr in einer Familie verpflichtete. Zum Fancy-Dressing-Ball schlossen wir uns einer Gruppe von Jugendlichen aus Jona an und traten als Karawanen-Gruppe auf. Der 21. Geburtstag meiner Schwester wurde mit dem Auftritt von Crew-Mitgliedern in musikalischer Begleitung gebührend gefeiert. Selbstverständlich gehörte auch der Besuch der Akropolis sowie der kulturellen Stätten der angelaufenen Inseln dazu. Im Hafen von Haifa blieben wir leider nur einen Tag, so dass lediglich der Besuch von Jerusalem und Bethlehem mit dem Bus angesagt war.

⊗ Schiffsreisen sind denn auch bis heute meine grosse Leidenschaft. Fluss-Schiffahrt mit Frieda in Frankreich; Nil-Schiffahrt mit Marlyse in Ägypten; Rotterdam-Kanarische Inseln sowie Bari-Hamburg auf dem umgebauten Fischkutter mit Renata; Genua-Alexandria-Haifa sowie nach einem Flug mit der Concorde von Köln nach Santo Domingo und der "Europa" nach Genua mit Edi; Venedig-Athen-Istanbuhl mit Andrea (mit Gesprächen an Bord mit Heinz Rühmann, wenn alle auf Landausflüge gingen); oder allein im östlichen und westlichen Mittelmeer mit Schiffen der Costa

(1) Ferien

Ferien

 

⊗ Mein erster, längerer Swissair-Flug brachte mich nach Zwischenladung in Kopenhagen von Zürich nach Stockholm, wo ich meinen Cou-Cousin Paul besuchte, der dort als Maler arbeitete. Eindrücklich blieb in mir der Besuch des Zoos haften, ebenso Drottningholm mit der Wachtablösung im Königsschloss. Belegte Brote mit Schinken und zugleich Erdbeeren oder Pfirsich war für mich als Schweizerin etwas ganz Neues. Der Kanton Schwyz als meine Arbeitgeberin verfügte über Flugscheine der Swissair, welche sie als Aktionärin erhielt, die sie an Angestellte abgab. Zu 50 % Ermässigung konnten wir Flüge buchen. Dies war trotz Reduktion für die hauptsächlich als Familienväter Arbeitenden unerschwinglich, so dass wir Ledigen reichlich profitieren konnten.

⊗ Sohn David war von unserer Familie der Erste, welcher zusammen mit seiner Grossmutter über den Grossen Teich zu seiner Tante Ruth flog. Wie die beiden das geschafft haben, ohne ein Wort Englisch zu verstehen, geschweige denn zu sprechen, grenzte schon an ein kleines Wunder. Ich folgte ihm erst später zu verschiedenen Gelegenheiten: Ferien während der Schwangerschaft meiner Schwester Ruth; Erstkommunion meines Patenkindes Cathy sowie später ihres Bruders Steve; SOS bei Scheidung meiner Schwester als Unterstützung der Familie aus der Schweiz; Graduation von Cathy 1995; Ferien mit Renata, Los Angeles mit Disneyland, mit dem Auto nach SFO mit Treffen meiner Schwester mit beiden Kindern und Fahrt durchs Nappa Valey, Suter's Fort nach Carson City; mit Renata nach Atlanta, New Orleans, der Küste entlang nach Cristal Bay und Miami und Washington D.C.; mit den Kindern nach Chicago, Toronto, Niagara Falls, Denver, Aspen nach Carson City; allein nach Las Vegas, durch die Wüste nach Carson City; mit Mutti, David und Tante Marie nach Miami, Denver, Los Angeles und zu einigen Abenteuern nach Carson City inkl. Flug nach Vancouver und Seattle, wo wir Cousins von Tante Marie traffen und einen Innerschwyzer Heimatabend à la USA erleben durften. Der eindrücklichste Flug nach Amerika bleibt sicher die Reise mit meiner Tochter Andrea C. nach South Dakota zu den Indianern und anschliessend über Utah mit Kontakt zu Mormonen an den Wohnort meiner Schwester nach Carson City und immer wieder auch zu einem Besuch am Lake Tahoe, wo sie als Skilehrerin mit Schweizer und Amerikanischem Patent seit über 40 Jahren arbeitet.

⊗ Mein grosser Reise-Favorit: der Norden mit begehrtem Reiseziel Island. Süd-Norwegen durfte ich im Winter erleben, von Oslo bis Bergen mit einmaligen, eindrücklichen Erlebnissen. Ein von mir organisierter Nachtflug zur Mitternachtssonne am nördlichsten Zipfel von Norwegen viel wegen dichtem Nebel "ins Wasser" bzw. die Sonne versteckte sich. Dafür schien sie umso kräftiger, als wir am Sonntag Morgen in Zürich landeten, wir durch die löwengeschmückte Bahnhofstrasse zum Schiffssteg schlenderten und dann per Schiff die Ruhe auf dem Zürichsee bis Rapperswil genossen und anschliessend mit dem Zug nach Sargans fuhren.

⊗ Bei den zwei Schiffsreisen nach Israel blieb es nicht. Nach der Übernahme des Hotels Cristal in Bad Ragaz am 24. August 1977 besuchte ich das Land ca. 14 mal, um unsere Gäste zu einem Apéritif einzuladen. Herzlia, Haifa und Jerusalem waren jeweils die Stationen. Da plante ich jeweils eine Woche ein, damit auch noch ein wenig Zeit zum Erholen blieb. Bei der Swissair-Vertretung fühlte ich mich so richtig gut aufgenommen als Frau - als Geschäftsfrau. Gleichberechtigung ist dort kein Fremdwort. Das steigerte mein Selbstwertgefühl.

Politik
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9.  Politik

In der Familie soll beginnen, was leuchten soll im Vaterland


 

 Die ganze Familie auf dem Gotthardpass bei der Fahrt nach Madonna del Sasso

Als Stimmenzähler der Gemeinde Schwyz brachte Dädi die Vorlagen der Abstimmungen beim Mittagstisch zur Sprache. Diese Themen wurden verstärkt, als mein Cousin Arthur die Handelsschule des Kollegiums Maria Hilfe besuchte und bei uns das Mittagessen einnahm. Junge Männer mussten schliesslich auf ihre bevorstehenden Pflichten aufmerksam gemacht werden.

Während meiner Ausbildung am Theresianum Ingenbohl stand die "Staatskunde" als Notenfach auf dem Diplom. Nach dem lebhaften Unterricht konnte ich diesem Fach einiges abgewinnen; Gewisses jedoch vermochte mich nicht in Hochstimmung zu bringen.

Durch die Anstellung auf der Kantonskanzlei Schwyz wurde ich mitten in den politischen Alltag des Kantons hineingeworfen. Erstmals wurde ich mit Parteien konfrontiert, deren Sinn ich jedoch nicht ganz nachvollziehen konnte. Während 5 Jahren wurde ich als gute Stenographistin und Maschinenschreiberin zum Schreiben des Protokolls des Kantonsrats nach Diktat des Staatsschreibers "verknurrt". Jeweils 2 x 1 1/2 Stunden Stenogramm am Morgen und am Nachmittag waren am oberen Limit. Es gab aber auch lustige Begebenheiten, welche im Protokoll festgehalten wurden. An der "chibigen Sitzung" d.h. Budgetberatung musste ich schreiben: "Nun sind aber genug Chläuse aufgestanden; jetz ist der Schmutzli dran." Dieser Ausspruch stammte von RR Meinrad Reichmuth, Finanzchef, Rothenthurm. Bei Wahlen und Abstimmungen war die Besatzung der Kantonskanzlei gefordert. Bei ersteren die ganze, bei letzteren nur eine Telefon-Ordonanz, Herr von Euw, Standesweibel Mächler und Staatsschreiber. Da meldete ich mich immer freiwillig. Für 3 Stunden Arbeit konnte ein zusätzlicher freier Tag bezogen werden, welcher das Ferienkontingent von 14 Tagen aufpolierte. Mit Staatsschreiber Dr. Paul Reichlin hatten wir Staats- und Parteikunde in einem.

Mein grosses Vorbild in Sachen Politik im Kanton Schwyz ist sicher

Frau Dr. Elisabeth Blunschy-Steiner, die erste Nationalratspräsidentin der Schweiz.

Sie wurde gewählt, obwohl die Frauen das Stimmrecht noch nicht hatten. Für deren Vater schrieb ich noch Entwürfe von Gesetzen für den Kanton Schwyz. Sie stand auch mit Rat und Tat hinter den juristischen Fragen bei der Gründung der FTS (Frauen- und Töchterfortbildungsschule Schwyz, später FFS = Frauenfachschule Schwyz und ab 2015 ffs = freiwillig für Schwyz). Diese ganze Wandlung durfte sie miterleben.

Während meiner Zeit im Hotel Cristal, Bad Ragaz, unterstützte ich die Nominierung in den Nationalrat von Susi Eppenberger, Nesslau, sowie Hans Werner Widrig, Bad Ragaz. 

Im Mai 2011 gab ich dem Frauennetz Kanton Schwyz meinen Entschluss als

parteilose Kandidatin "Usem Volk fürs Volk" des Standes Schwyz

in den Ständerat bekannt. Mein gutes Resultat reichte dazu, SR Bruno Frick aus dem Rennen zu werfen. Während der Zeit des Wahlkampfs durfte ich viele einmalige und eindrückliche Bekanntschaften knüpfen, aber auch Einiges an unfairen Machenschaften erleben. Der Aufwand hat sich gelohnt und die positive Seite war die Zurückerlangung eines gesunden Selbstvertrauens. Ein herzlicher Dank gebührt den 72 Wahlhelferinnen und -helfer, welche übrigens ungewollt ziemlich hälftig aufgeteilt waren. 

 

 Hand in Hand lief die Wahl als Gotte der Kinderparlaments des Kantons Schwyz. Mit diesem durfte ich viele schöne und eindrückliche Sitzungen im Rathaus Schwyz erleben. Wenn diese Kinder noch lernen, dass sie nicht nur Rechte sondern auch Pflichten haben, steht das Parlament auf besten Füssen. Ich wünsche allzeit gutes Gelingen, denn die Kinder und Jugendlichen sind unsere Zukunft.

 

Meine besten Freunde bzw. Freundinnen
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10.  Meine besten Freunde bzw. Freundinnen

ℜ Die ersten Kindergartengschpänli Brigitte und Ursula, zu denen sich während der Primarschulzeit Madlen gesellte, standen zu mir in guten und schlechten Zeiten. Von letzteren war eigentlich nur Ursula betroffen, welche sich aber sehr um mich kümmerte. Nach dem Diplomabschluss von Madlen und mir sowie dem Super-KV-Abschluss von Brigitte schlug ich die Gründung der Firma NiSteLe (Nigg/Steiner/Leuthard) vor, ein Schreib- und Kopierbüro, welches in der vorgesehenen Form noch gar nicht existierte. Unsere Dienste hätten von privaten Firmen sowie Verwaltungszweigen in Anspruch genommen werden können, um Engpässe zu überbrücken. Brigitte war sehr zurückhaltend, Madlen gründete eine eigene Firma im Kanton Nidwalden mit Niederlassung in Wien und ich blieb bei der Kantonalen Verwaltung. Leider verlor ich die beiden Freundinnen, bevor sie das 50. Lebensjahr erreichten. Erst dann trat Ursula wieder in mein Leben, welche nach zwei Scheidungen stark mit beiden Beinen im Leben stand.

ℜ Auf einige meiner Jahrgänger konnte ich mich auch verlassen. Vor allem Walter, der als Priester und Kapuziner mit dem Leben stark verwurzelt wurde. Er teilte mit mir und unserer Familie Freud und Leid.

ℜ Hildi Schöbi (die Bäckersfrau) und Theres Kessler (die Metzgersfrau) und ich bildeten in Nesslau ein gutes Trio. Mit beiden durfte ich erholsame und schöne Ferientage erleben, so dass sich eine gute Vertrautheit ergab. Hildi chauffierte mich denn auch am 31. Oktober 1973 ins Spital Wattwil zur Entbindung von Andrea C. Sie war aber auch diejenige, welche mit mir immer wieder David im Spital Wattwil besuchte und mit ihm spielte nach seinem schweren Unfall mit 20 Monaten im Mai 1972. Bei ihr und ihrem Sohn Max stattete er jeweils mit Lotti nach seiner Entlassung und bis zu unserm Wegzug 1977 unzählige Besuche ab.

ℜ Während meiner "Geschäftszeit" in Bad Ragaz fiel es mir schwer, echte Freundschaften zu pflegen. Meine Freundinnen und Freunde waren unsere Gäste - vor allem die Dauergäste, welche ich teilweise bis in den Tod begleiten durfte. In den schwierigen Zeiten mit Klinikaufenthalten und wieder Fussfassen konnte ich mich auf Rös Untersander, Lore Jerger und später dann auf Martha Görlitz verlassen. Freud und Leid wurde geteilt, und so war es schwierig und lehrreich, die beiden Letzteren loszulassen, als die Letzte Reise angesagt war. Zu Dank verpflichtet bin ich auch Martin Trendle, der mich während der INFO-Zeit in der Arbeit sehr unterstützte; Achilles Schnider, der mich während der schwierigsten Zeit als Gesprächspartner und Vertrauter begleitete sowie André Gauer, dank dem ich wieder im Sarganserland Fuss fassen konnte.

ℜ Während der kurzen Zeit seit meiner Wohnsitznahme in Mels kamen mir viele Frauen und Männer sowie Jugendliche entgegen, denen das Wort "Nächstenliebe" kein Fremdwort ist. Dafür bedanke ich mich herzlich. 

Eheleben
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11.  Eheleben

Der Himmel hing voller Geigen - oder ev. auch Trompetenklang, als Marira, Verena und ich an jenem 24. Juli 1966 zum Seenachtsfest nach Unterägeri fuhren. Ernst Schuler, ein Arbeitskollege auf dem Kreiskommando Schwyz, war bekannt als Trompeter und Blasorchesterdirigent und spielte in der bekannten Kapelle Nussbaumer im Löwen zum Tanz auf. Sein Bruder Edgar war mit seiner Braut Edith und seinem besten Freund Edi auch auf dem Fest anzutreffen. Es kam wie es kommen musste. Als gute Tänzerin wusste ich natürlich das Talent von Edi zu erkennen. Meinen beiden Mitfahrerinnen sagte ich, dass wir um Mitternacht nach Hause fahren, da am Montag um 07.30 Uhr wieder Arbeitsbeginn (für mich auf dem Strassenbauamt) war. Da ich mich an Abmachungen mit ganz wenigen Ausnahmen hielt, verabschiedeten wir uns und nahmen den Heimweg unter die Räder. In Schwyz angekommen, übergaben wir Marira dem Bett. Vreni wollte nochmals zurück, da sie ebenfalls einen guten Tänzer getroffen hatte, und ich liess das Schicksal entscheiden, indem wir auf dem Hofmatt-Parkplatz ein Zweifrankenstück aufwarfen, welches über meine Zukunft entschied. Erneut wurde der Weg nach Unterägeri eingeschlagen! Rückfahrt um 04.00 Uhr mit Edi an Bord!

 

Kinder
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12.  Kinder


 

 

Ausblick
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13.  Ausblick

Text folgt, sobald ich mehr Freiräume habe.

www.martha.vpweb.ch sowie www.heidilandkultur.com und www.beiUns.ch "Mels" oder "B. Martha Leuthard" nehmen Zeit in Anspruch.

Zudem begleite ich eine Mutter von 2 Buben auf ihrem Lebensweg, welche seit Sept. 2013 in Untersuchungshaft ist und wegen "Fluchtgefahr" nicht zu mir kommen kann !!!!!!


 

 

Mein Draht nach "oben"
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14.  Mein Draht nach "oben"

Brief an den lieben Gott vom 4. Januar 2002

Du hast Dich mir spürbar gezeigt, als ich im April 1995 im Zweifel darüber war, ob ich diesen oder jenen Weg gehen soll. Du hast mir gesagt, dass ich aufstehen und die mir gebotene Hilfe -nämlich das Gespräch mit Achilles- annehme. Du allein kanntest meine Zweifel, ob Fortsetzungen stattfinden, welche Balsam für meine kranke Seele und mein angeschlagenes Gemüt waren. Kann man Hilfen ausschlagen, welche angeboten werden? Ist das Vernunft?

Du hast von mir keinen Verzicht der Gespräche verlangt, als ich diese aufgeben wollte. Meine Zweifel waren gross - Du hast sie klein und Mut gemacht, Hilfe anzunehmen. Es ging mir gut - vielleicht zu gut. Die ganze Umgebung tauchte in eitel Sonnenschein, wenn ich beglückt meinen Gesprächspartner erwartete. Wir fühlten uns in dem gegebenen Rahmen wohl - geborgen und unverwundbar. Dieses Gefühl beflügelte uns, half uns, Pläne zu schmieden, Wünsche zu äussern. Das dauerte fast ein Jahr bis mein Gesprächspartner (welcher für mich Lebensbegleiter war und vermutlich immer bleiben wird) die volle Gewissheit erfuhr, dass er Erzeuger eines Menschenlebens war. Wir sprachen über die Geburt meiner beiden Kinder. Vielleicht konnte ich dadurch mithelfen, ihm die Vaterrolle etwas näher zu bringen.

Ich hoffe, Du hast mir verziehen, dass mein Verzicht auf diese wunderbare Beziehung aus meiner Sicht nie ganz erfolgte. Dies bestärkte auch der Ausspruch seines besten Freundes: "Er kommt wieder zu dir zurück; er bestimmt aber den Zeitpunkt." Dieser Satz hielt mich denn auch davor zurück, meinem irdischen Leben ein Ende zu setzen. Nur zu gut erinnere ich mich an jenen Samstag Nachmittag, als ich einen Wege suchte, um dies auf möglichst schmerzlose Art zu tun. Ab diesem Tag begann der Wettlauf mit dem Leben: jenes Leben, welches ich noch einmal in die Hand nehmen möchte und zum Teil auch geniessen, indem ich für andere weiterhin da bin. Aus der Workaholic soll eine liebenswerte Person werden, welche lernt "nein" zu sagen, wo ein "Nein" hingehört und offen "JA" zu sagen, um in Deinem Dienst zu stehen.

Wie glücklich war ich nach vier harten Jahren, als mein Lebensbegleiter in mein Leben zurückkehrte und mit mir plaudern wollte. Sehnsüchtig habe ich diese Stunde erwartet, denn ich erinnere mich an jene Zeiten zurück, als ich den Telefonhörer in der Hand hielt und um ein paar Worte froh gewesen wäre. Du liessest mich den Hörer immer wieder einhängen, ohne dass mein Wunsch in Erfüllung ging. Du liessest es zu, dass ich weder lesen, noch schreiben, noch Musik hören konnte. Von einem gesunden Schlaf will ich schon gar nicht sprechen. Durch Dein Erbarmen brachte mir der Lebensbegleiter Hilfe. Das letzte Weihnachtsfest und vor allem der Neujahrstag brachte mir das ersehnte Glück.

Ich bot mich Dir als "Werkzeug" an, als ich den Reiki-Kurs besuchte. War es wirklich kindlicher Leichtsinn, als ich mich anfangs dieses Jahres hingab? In letzter Zeit tretzen immer wieder Zweifel auf, ob ich dem auch gerecht werde. Es ist teilweise sehr hart, allein als Werkzeug zu dienen, obwohl Du weisst, dass es gemeinsam viel besser gehen würde. Der "Bergsturz von Goldau" bleibt mir vermutlich stets in Erinnerung. Weshalb suchst Du mich aus, solche Spannungen auszuhalten? Hast Du auch daran gedacht, dass es nicht einfach war, die heulenden Elfen um das Haus auszuhalten? Wer hat überhaupt mitgehört?

Ich spüre aber auch immer wieder Deine Engel, vor allem aber meinen Schutzengel Christina, der mich intensiv begleitet und vermutlich oftmals den Kopf schüttelt, wenn die Martha wieder einmal die Grenzen überschreitet. Willst Du wirklich, dass ich das alles allein schaffe? Setze ich meine Ziele wirklich zu hoch? Herzlichen Dank für die Lösung mit Kerry, welche sich verheissungsvoll anzubahnen scheint.

Ich sehe Dich als Dreieinigkeit. Du erscheinst mir tagtäglich im Universum, das Du für uns Menschen geschaffen hast und das wir sinnvoll nutzen dürfen und sollen. Immer wieder entgleisen wir und wirtschaften wie kleine Weltmeister. Obwohl es viele Menschen mit dem Mahnfinger gibt, übersehen wir diese, denn Veränderungen im Leben schmerzen. Hin und wieder habe ich auch den Eindruck, dass Dein Sohn Apostel um sich schart, um uns auf Deinen Weg zu bringen, dank dem das Universum erhalten bliebe. Ich bedanke mich für das Licht. Habe ich es richtig ausgenützt? Wenn nein! Vergib mir meine Schuld, wie auch ich vergebe meinen Schuldigern. Führe mich aber nicht in Versuchung, sondern erlöse mich. 

Du weisst, dass mein Weg zu Dir über Maria führt. Für mich steht sie wirklich an der Spitze der Wohltäter, sonst gäbe es nicht so viele Wallfahrtsstätten, an welchen sie sich gegenüber den Menschen bemerkbar machen durfte. Lass sie weiterhin unsere Fürbitterin bei Dir sein. Vielleicht könnte mit einer kleinen Änderung des "Gegrüsst seist Du, Maria" auch der evangelische Teil der Christen zu diesem Gebet finden, welches meines Erachtens speziell für einen guten Tod bittet, den wir alle "durchwandern" müssen. Meine Version wäre:

Gegrüsst seist Du, Maria!

Voll der Gnade - der Herr ist mit Dir.

Du bist verehrt unter den Frauen.

Und verehrt ist die Frucht Deines Leibes - Jesus.

Heilige Maria, Mutter vom Sohn Gottes, bitte für uns Sünder

Jetzt und in der Stunde unseres Todes;

Denn der Tod ist das Tor zum Leben. Amen

Gott braucht keine Mutter; aber Jesus als Sohn Gottes wurde von Maria geboren.Glaubst Du, dass die Menschen mit weniger Angst und Bange durch dieses Tor in eine andere, bessere Daseinsform schlüpfen, wenn sie Maria darum bitten?

Dies sind nur ein paar Gedanken am letzten Tag des Jahres 2001. 

 

Dankesbrief an den lieben Gott vom 22. Mai 2006

Heute ist es mir ein grosses Bedürfnis, Dir von ganzem Herzen zu danken für die wunderbaren Fügungen, welche mich lehrten, mich besser zu verstehen. Die Lebensberaterin ermahnt mich, mich mehr zu lieben, so dass es möglich wird, näher zu Dir und den Mitmenschen zu kommen.

Meine Tochter Andrea Christina führte mich zu den Indianern von South Dakota. Die einmalige Einladung an Weisse zu einem Sonnentanz werde ich Zeit meines Lebens zu schätzen wissen. Auch nach der zweiten Blockade von 2002 bis 2005 waren es die Indianer, welche über Dich Licht zu mir schickten und ich von einer Stunde auf die andere wieder lesen, schreiben und Musik hören konnte. Auch die Lust zum Reisen kam wieder.

Eine grosse Hilfe bedeutete für mich die Bestimmung meiner Aura, welche durch die Aura-Fotographie bestimmt wurde. Johannes deutete diese wie folgt:

"Deine Farben in deiner Aura sind hauptsächlich Indigoblau und Violett. Dies sind sehr hoch schwingende Farbfrequenzen. Demzufolge zeigt sich auch ein erhöhter Wahrnehmungsbereich. Bei dir ist es sehr wichtig, dass du tief in dich hineinhorchst, um auch deine eigene innere Stimme zu hören. Dazu kommt das Thema Vertrauen: Vertrauen in Dich und deine Fähigkeiten und Wahrnehmungen bis in die Tiefen deiner Seele. Wenn du Vertrauen in dich hast, wird deine Entscheidungskraft sich enorm steigern.

Dein Potential liegt auch im 'sich führen lassen'. Das bedeutet auch, auf den richtigen Zeitpunkt waren können. Dann, wenn es ganz stimmig in dir ist, dann kann's losgehen. Geduld wird hier von dir verlangt: Geduld mit dir selber, mit der Umwelt, Geduld für den 'richtigen Zeitpunkt'. Das alles setzt Vertrauen in dich und deine Führung voraus. Usw. "

Beim Kurs über Reiki habe ich zwei Karten gezogen. Die eine zeigt den Erzengel Uriel, die andere die Eule. Uriel ist der Herrscher der Sonne und der stahlendste der Erzengel. Man sieht ihn mit einer Flamme in der offenen Hand. Er herrscht auch über Donner und Schrecken. Uriel ist manchmal mit einem Buch zu seinen Füssen dargestellt, dem Buch mit den Heilkräutern, das er Adam gab. Uriel bringt uns das Licht des Wissens um Gott. Er hilft uns, das Licht in allen Menschen zu ehren und unsere innere Stimme zu deuten und zu entschlüsseln. (Als Gefirmte verlasse ich mich jetzt auf den Heiligen Geist / Anmerkung 2015.)

Zum Thema Eule lese ich: "Sich in den Klängen verlieren, um im erleuchteten Herzen der Nacht umherzuschweifen. Sich mit ihrem scheinbaren Schweigen vereinen, um das Flüstern des verborgenen Lebens zu hören, das in Harmonie schwingt. Mit ihrer Intimität verschmelzen, um das Herz für die Stille zu öffnen. Das Rasen der Gedanken anhalten, um den sanften Aufruhr dieses gegenwärtigen Augenblicks zu leben, der wie ein Tropfen in die Ewigkeit fällt."

Mein bester Therapeut, der treue Hund Kerry, zwang mich, am Morgen das Bett zu verlassen, die Natur zu geniessen und deren Schönheit zu bewundern. Er wurde mit den Jahren mein bester Freund und half mir ins Leben zurück. Beim morgendlichen Spaziergang ergab es sich, dass ich betete. In der ersten Gruppe gedachte ich lieber Verstorbener aus meinem Umkreis, die ich persönlich begrüsste (auch als Gedächtnistraining). Bei der zweiten Gruppe handelt es sich um Personen, die in meinem Adressbuch enthalten sind und besonders für meine Nächsten.

Dank dem, dass ich seit Dezember 2005 wieder lesen kann, kommst Du mir wieder näher. Die Bibel ist wirklich an Spannung nicht zu übertreffen. Gerade jetzt fasziniert mich die Schöpfungsgeschichte. Aber auch die Stelle des Evangelisten Lukas stimmt mich nachdenklich: "Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das m u s s  als erstes geschehen, aber das Ende kommt noch nicht sofort. Dann sagte Jesus zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungsnöte geben; schreckliche Dinge we3rden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen."

 

All diese Hilfen steigerten mein Selbstwertgefühl und machen das Leben wieder lebenswert. Ich fühle mich heute stark genug, mich Dir zu fügen und mich als "Werkzeug" anzubieten. Nicht zuletzt führt mich mein Schutzengel Christina, der immer da ist, wenn ich in guten und schlechten Momenten mit ihm Kontakt aufnehme.

ICH  DANKE  DIR  UND  BIN  BEREIT!

 

 

 

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